Produktion
Unser internationales Produktionsnetzwerk umfasst eine Vielzahl an Prozessschritten – vom Lieferanten über die Fabriken und die Montagelinien bis hin zum Handel sowie zu unseren Kundinnen und Kunden. Die dauerhafte Effizienz dieses Netzwerks ist entscheidend für unsere Wettbewerbsfähigkeit. Um den Herausforderungen der Zukunft gewachsen zu sein, setzen wir auf umfassende Optimierungen, zukunftsweisende Innovationen, stabile Lieferketten und flexible Strukturen. Im Geschäftsjahr 2025 produzierte der Volkswagen Konzern weltweit 8,9 Mio. Fahrzeuge inklusive der chinesischen Joint Ventures. Dies entspricht einem Rückgang von 1,0 % im Vergleich zum Vorjahr. Die Produktivität (Fahrzeuge pro Mitarbeiter und Jahr) stieg inklusive der chinesischen Joint Ventures im Vergleich zum Vorjahr um 4,3 %. Ohne die chinesischen Joint Ventures produzierte der Volkswagen Konzern weltweit 6,2 Mio. Fahrzeuge, was einem Anstieg von 0,6 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Produktivität stieg im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 %.
Produktionsstrategie
Mit PULSE 2035 richtet die Konzernproduktion ihren Fokus konsequent auf Zukunftsfähigkeit, Effizienz und Nachhaltigkeit aus. Damit reagiert sie auf die tiefgreifenden Veränderungen in der Automobilbranche, die durch technologische Innovationen, geopolitische Entwicklungen und steigende ökologische Anforderungen geprägt sind. PULSE 2035 formuliert ein konkretes Zielbild für das Jahr 2035, das sich auf fünf zentrale Zielgrößen stützt: Fabrikkosten pro Fahrzeug, Produktivität, Werksauslastung, innovative Technologien und Prozesse sowie die Verringerung der Umweltauswirkungen. Diese Größen machen die strategische Ausrichtung greifbar und geben eine klare Orientierung.
Die Vision von PULSE 2035 beschreibt eine Produktion und Logistik, die ressourcenschonend, leistungsoptimiert und innovationsgetrieben ist – und bis 2035 realisiert werden soll. Zur strukturierten Umsetzung dieser Vision basiert die Strategie auf einem stabilen Ordnungsrahmen aus sieben Kategorien: Produkt und Produktionsprozesse, Produktionsnetzwerk, Lieferkette, Menschen, Umwelt und Energie, Digitalisierung, Betriebsabläufe und Governance. Dieser Rahmen bildet das Fundament für die Umsetzung und ermöglicht eine konsistente Steuerung der Transformation über alle Standorte hinweg.
Globales Produktionsnetzwerk
Das Produktionsnetzwerk des Konzerns erstreckte sich am Ende des Berichtsjahres über 111 Produktionsstandorte einschließlich unserer chinesischen Joint Ventures. Davon sind 67 Standorte fahrzeugproduzierende Werke, inklusive LKWs, Busse und Motorräder. Eine Standardisierung der Produktion mit einheitlichen Produktkonzepten, Anlagen, Betriebsmitteln und Fertigungsprozessen innerhalb einer Produktfamilie ist ein wesentlicher Faktor unserer zukunftsorientierten Fertigung. Wir entwickeln unsere Produktionskonzepte stetig weiter, richten sie auf neue Technologien aus und wollen dabei ambitionierte Ziele in den einzelnen Projekten realisieren. Dem Volkswagen Konzern ist 2025 in einem herausfordernden Umfeld der Anlauf von 46 Fahrzeugprojekten gelungen, davon waren 26 neue Produkte beziehungsweise Produktnachfolger sowie 20 Produktaufwertungen oder Derivate.
FAHRZEUGPRODUKTIONSSTANDORTE DES VOLKSWAGEN KONZERNS
Anteil an der Gesamtproduktion 2025 in Prozent
Die flexiblen Produktionskapazitäten auf Basis unserer Plattformen bieten die Möglichkeit, auf sich verändernde Marktanforderungen zu reagieren, das Produktionsnetzwerk bedarfsorientiert auszulasten sowie markenübergreifend Synergien durch Mehrmarkenstandorte zu realisieren. Von den fahrzeugbauenden Produktionsstandorten für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge sind bereits fast die Hälfte Mehrmarkenstandorte. Musterbeispiele im Konzern sind hierfür die Standorte Bratislava und Zwickau. In Bratislava werden Fahrzeuge der Marken Volkswagen Pkw, Škoda, Audi und Porsche auf gemeinsamen Plattformen des Modularen Längsbaukastens (MLB) und des MQB gefertigt. In Zwickau fertigen wir derzeit Fahrzeuge der Marken Volkswagen Pkw, Audi und CUPRA auf gemeinsamen Plattformen des MEB.
Bei der Transformation des Volkswagen Konzerns stehen innovative, effiziente, nachhaltige und kundenorientierte sowie auf profitables Wachstum fokussierte Mobilitätslösungen im Vordergrund. Eine Grundlage hierfür war die Einführung des MEB und später für die Premium- und Sportmarken die rein elektrische PPE. Hierdurch heben wir markenübergreifende Synergien in der Fertigung. Zum Jahresende 2025 wurden im weltweiten Produktionsnetzwerk für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge an 19 Standorten Elektrofahrzeuge produziert.
Neue Technologien und Digitalisierung
Im Rahmen des Konzern-TOP-10-Programms, das die strategische Basis für neue Technologien und die Digitalisierung in der Produktion für das Geschäftsjahr 2025 bildete, wurde der Fokus auf Geschwindigkeit und Mehrwert von IT-Produkten sowie auf den Einsatz von KI gelegt. Die digitale Transformation ist prägend für die zukünftige Weiterentwicklung unserer Prozesslandschaft. Der damit einhergehende Umbau beinhaltet die Umstellung auf eine wertstrom- und produktorientierte Softwareentwicklung innerhalb des Konzerns. Insgesamt stehen bereits mehr als 110 neue Applikationen für den Einsatz in den Produktions- und Logistikprozessen zur Verfügung. Beispiele erstrecken sich von virtuellen Trainings für neue Fahrzeuganläufe, Identifizierung und Umsetzung von Energieeinsparpotenzialen bis zum Einsatz von KI zur Unterstützung der Fahrzeuginbetriebnahme. Die Applikationen werden über die gemeinsam mit dem erneut bestätigten strategischen Partner Amazon Web Services (AWS) entwickelte Digitale Produktionsplattform (DPP) ausgerollt. Die Fähigkeiten der DPP werden gemeinsam mit AWS kontinuierlich ausgebaut. Im Berichtsjahr gab es einen starken Fokus auf Data Management Services.
Im Volkswagen Konzern ist es unser Ziel, digitale und innovative Technologien systematisch zu validieren und deren Einsatz für die Produktion und Logistik zu pilotieren und auszurollen. Dadurch sollen sich Kostenreduktionen in der Wertschöpfungskette sowie flexiblere Umsetzungsmöglichkeiten und Qualitätsverbesserungen realisieren lassen. Mit der digitalen Transformation in der Produktion und Logistik verfolgen wir das Ziel, die gesamte Prozesskette zu vereinfachen und neue Technologien bestmöglich einzusetzen. Im Jahr 2025 hat Volkswagen unter anderem den Ausbau des Projekts ONE Log, einem Logistiksystem auf Basis SAP S/4 HANA, weitergeführt. Mit ONE Log möchte die Marke Volkswagen Pkw gemeinsam mit anderen Marken wie Audi und Škoda sowie Volkswagen Group Components weltweit die Zukunft der digitalen Logistik gestalten. Ziel ist die einheitliche Informationsverarbeitung und Standardisierung der logistischen Prozesse, wodurch Optimierungen skalierbar und innovative Technologien zentral getrieben werden sollen. Das Projekt umfasst die verschiedenen Prozesse wie Disposition, Versand und Materialwirtschaft vom Wareneingang bis an die Produktionslinie. Die gezielte Digitalisierungsoffensive soll die Robustheit unserer Werke steigern.
Der Fokus der Innovationsarbeit lag 2025 auf KI, zum Beispiel für KI-Robotik sowie im Bereich Generative KI. Im Anwendungsbereich Generative KI hat Volkswagen im Jahr 2025 priorisierte Anwendungsfelder erschlossen und nutzt erste markenübergreifende Anwendungen, um das Wissensmanagement in den Bereichen Planung und Instandhaltung effizienter zu gestalten. Weitere Anwendungen befinden sich im Bereich des Änderungs- und Anforderungsmanagements und direkt in der Produktion. Mit dem Einsatz von Generativer KI hat Volkswagen das Ziel, Kostenreduzierungen im Zusammenhang mit der Informationsgenerierung und -verarbeitung in der Produktion zu heben.