Management der Beziehungen zu Lieferanten
Wesentliche Auswirkung und ihr Zusammenspiel mit der Strategie und dem Geschäftsmodell
AUSWIRKUNG IM BEREICH MANAGEMENT DER BEZIEHUNGEN ZU LIEFERANTEN
| Beschreibung | Auswirkung/Risiko/ Chance | Tatsächliche/ potentielle Auswirkung | Wertschöpfungskette | Zeithorizont | ||||
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Management der Beziehungen zu Lieferanten |
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Faires Geschäftsverhalten seitens des Volkswagen Konzerns kann eine positive Auswirkung auf kollaborative Geschäftsbeziehungen mit Lieferanten haben. |
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Chance |
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Positive Auswirkung |
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Tatsächliche Auswirkung |
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Vorgelagerte Wertschöpfungskette |
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Kurzfristiger Zeithorizont |
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Risiko |
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Negative Auswirkung |
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Potentielle Auswirkung |
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Eigener Geschäftsbereich |
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Mittelfristiger Zeithorizont |
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Nachgelagerte Wertschöpfungskette |
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Langfristiger Zeithorizont |
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Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Der Volkswagen Konzern hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 ausweisen zu können, dass umsatzbasiert über 95 % der relevanten direkten Lieferanten ein positives Sustainability Rating (S-Rating) haben. Dies erfolgt im Rahmen der Konzernnachhaltigkeitsstrategie regenerate+. Sie zielt darauf ab, die Lieferkette des Volkswagen Konzerns verantwortungsvoll zu gestalten, Risiken zu minimieren und einen positiven Beitrag für alle Partner zu leisten.
Die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Auswirkungen haben Einfluss auf das Geschäftsmodell, die Strategie und die Wertschöpfungskette des Konzerns.
Mithilfe verschiedener Maßnahmen im Bereich des Managements von Lieferantenbeziehungen reagiert der Volkswagen Konzern auf den Einfluss seiner wesentlichen Auswirkungen auf sein Geschäftsmodell, Strategie und Wertschöpfungskette. Diese ermöglichen den Erhalt und die Stärkung der positiven Auswirkung, insbesondere durch den Code of Conduct für Geschäftspartner, Lastenhefte und das S-Rating.
Managementkonzepte, Maßnahmen und Ziele: Management der Beziehungen zu Lieferanten
Der Volkswagen Konzern hat als einer der größten Automobilhersteller der Welt eine große Verantwortung gegenüber seinen Stakeholdern. Wir erkennen unsere Verantwortung nicht nur an, sondern streben darüber hinaus an, eine positive Wirkung zu erzeugen. Der ganzheitliche Ansatz der Konzernnachhaltigkeitsstrategie regenerate+ bildet die Basis, um gemeinsam mit Stakeholdern die Nachhaltigkeit voranzubringen.
Responsible Supply Chain System
Mit dem Responsible Supply Chain System (ReSC-System) haben wir ein umfassendes Managementsystem etabliert, das menschenrechtliche und umweltbezogene Aspekte in der Lieferkette frühzeitig identifizieren und systematisch adressieren soll. Es folgt einem risikobasierten Steuerungsansatz und setzt bereits vor dem Zustandekommen einer Vertragsbeziehung ein, also noch bevor Lieferzeiten und Einkaufspreise verhandelt werden. Das Managementkonzept zielt darauf ab, negative Auswirkungen zu vermeiden oder zu minimieren, positive Auswirkungen zu fördern und die Nachhaltigkeitsleistung von Lieferanten kontinuierlich zu verbessern. Eine detaillierte Beschreibung des ReSC-Systems und seiner Bestandteile erfolgt im Kapitel „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ unter dem Abschnitt „Managementkonzept: Responsible Supply Chain System“.
Das Fundament des ReSC-Systems sind die folgenden Standardmaßnahmen:
Risikoanalyse gemäß Responsible Supply Chain System
Die Risikoanalyse bildet den ersten Schritt im ReSC-System. Sie erfolgt auf Basis des jeweiligen Geschäftsmodells der Lieferanten sowie interner und externer Datenquellen zu menschenrechtlichen und umweltbezogenen Risiken. Auf Grundlage dieser Bewertung werden Lieferanten in Risikoklassen (niedrig, mittel, hoch) eingestuft. Auf Basis der Risikoeinstufung wird dem Lieferanten ein Maßnahmenpaket zur Prävention und Mitigation der identifizierten Auswirkungen zugeordnet.
Business-Partner-Due-Diligence-Prozess
Eine detaillierte Beschreibung der Aktivitäten zur Überprüfung der Integrität von Geschäftspartnern erfolgt in diesem Kapitel unter „Maßnahmen: Korruption und Bestechung“.
Die Beauftragung von Lieferungen und Leistungen obliegt der jeweils zuständigen Beschaffungsorganisation der Marken und Gesellschaften und ist nach den geltenden Regelungen in den Konzerngremien und -systemen abzubilden und abzustimmen.
Code of Conduct für Geschäftspartner
Der Code of Conduct für Geschäftspartner ist eine zentrale Maßnahme zur Förderung fairen Geschäftsverhaltens im Volkswagen Konzern. Durch die Festlegung klarer Erwartungen an das Verhalten von Geschäftspartnern in Bezug auf Menschenrechts-, Umwelt-, Sozial- und Compliance-Standards schafft der Konzern Transparenz und Verlässlichkeit. Dadurch wird das Vertrauen in die partnerschaftlichen Geschäftsbeziehungen gestärkt und deren langfristige Stabilität gesichert.
Weitere Informationen zum Code of Conduct für Geschäftspartner finden sich im Kapitel „Nachhaltigkeit in der Lieferkette“ unter dem Abschnitt „Standardmaßnahmen als Fundament des Responsible Supply Chain Systems“.
Lastenhefte
Zusätzlich zum Code of Conduct für Geschäftspartner gibt es weitere produktspezifische Anforderungen an Lieferanten. Diese sind in Lastenheften festgehalten und schreiben vor, auf welche Art und Weise bestimmte Produkte hergestellt werden müssen. Zu den Vorgaben der Lastenhefte gehört etwa bei Batteriezellen eine möglichst vollständige Offenlegung der Lieferketten von Kobalt, Nickel, Lithium und natürlichem Grafit.
Bei neuen Fahrzeugprojekten beabsichtigt der Volkswagen Konzern, die CO2-Emissionen in Zukunft zu einem technischen Merkmal für relevante Bauteile zu machen. Das bedeutet: Lieferanten werden verbindliche CO2-Ziele vorgegeben, deren Einhaltung auf Nachfrage nachgewiesen werden muss. Nur Lieferanten, die Produkte gemäß den Lastenheftanforderungen herstellen, werden als vergabefähig betrachtet.
Die Lastenhefte gelten als fortlaufende Maßnahme.
Sustainability Rating
Seit 2019 ist das Sustainability Rating (S-Rating) ein konzernweit etabliertes Instrument im Volkswagen Konzern. Durch dieses konzerneinheitliche Instrument wird der Grad der Einhaltung der Volkswagen Nachhaltigkeitsanforderungen von direkten Lieferanten mit einem hohen Nachhaltigkeitsrisiko und entsprechender Unternehmensgröße überprüft. Der Volkswagen Konzern hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 ausweisen zu können, dass umsatzbasiert über 95 % der relevanten direkten Lieferanten ein positives S-Rating haben. Dies erfolgt im Rahmen der regenerate+. Die Strategie zielt unter anderem darauf ab, die Lieferkette des Volkswagen Konzerns verantwortungsvoll zu gestalten, Risiken zu minimieren und einen positiven Beitrag für alle Partner zu leisten. Dazu gehört ebenfalls angeben zu können, dass 95 % der Lieferanten ein zertifiziertes Umweltmanagementsystem haben, zum Beispiel ISO 14001 oder EMAS.
Als Zwischenziel hat sich der Volkswagen Konzern gesetzt, dass bis 2025 der Umsatzanteil der relevanten direkten Lieferanten mit positivem S-Rating 85 % des Gesamteinkaufsvolumens entsprechen soll. Der Anteil der relevanten direkten Lieferanten mit positivem S-Rating lag im Berichtsjahr bei 87 % und damit über dem gesetzten Zielwert. Die Erreichung des Ziels wird im Rahmen des Konzern-TOP-10-Programms kontinuierlich überprüft und überwacht.