Geschäftsbericht 2025

Konzernlagebericht

Finanzrisiken

Für diese Risikokategorie ist die Eintrittswahrscheinlichkeit mit hoch (Vorjahr: mittel) und das potenzielle Schadenausmaß mit mittel (Vorjahr: mittel) bewertet.

Die größten Risiken aus dem RQP resultieren im Wesentlichen aus Währungskursrisiken und einer Beeinträchtigung der Finanzierungsmöglichkeiten.

Strategien der Risikoabsicherung im Finanzbereich sowie daraus resultierende Risiken aus Finanzinstrumenten

Wir sind in zahlreichen Ländern weltweit tätig und führen Geschäfte in verschiedenen Währungen durch. Dadurch sind wir Finanzrisiken ausgesetzt, die durch Veränderungen von Zinssätzen, Währungskursen, Rohstoffpreisen oder Aktien- und Fondswerten entstehen – auch durch nicht vorhersehbare Ereignisse wie plötzlich auftretende oder sich verschärfende geopolitische oder geoökonomische Spannungen und Konflikte. Wir überwachen diese Finanz- und Liquiditätsrisiken fortlaufend und reduzieren sie durch den Einsatz originärer und derivativer Finanzinstrumente. Hieraus ergeben sich Kontrahentenrisiken, welche wir durch unser Kontrahentenrisikomanagement reduzieren.

Zinsrisiken ergeben sich aus der Möglichkeit von Verlusten in der Geschäftstätigkeit oder bei Finanztransaktionen aufgrund schwankender Marktzinssätze. Diese Risiken entstehen, wenn Unterschiede zwischen den Zinssätzen von Vermögenswerten und Verbindlichkeiten innerhalb eines Portfolios oder in der Bilanz bestehen. Beispielsweise entstanden variable Zinspositionen auf der Passivseite aufgrund der früheren Begebung einer variabel verzinslichen Anleihe im Konzernbereich Automobile, die bewusst nicht mit einem derivativen Finanzinstrument abgesichert wurde. Durch den Abschluss von Zinsswaps, kombinierten Zins-Währungs-Swaps sowie sonstigen Zinskontrakten sichern wir Zinsrisiken – gegebenenfalls in Verbindung mit Währungsrisiken – und Risiken aus Wertschwankungen von Finanzinstrumenten grundsätzlich betrags- und fristenkongruent ab. Der Grundsatz der Betrags- und Fristenkongruenz gilt für Finanzierungen innerhalb des Volkswagen Konzerns im Konzernbereich Automobile. Im Konzernbereich Finanzdienstleistungen erfolgt die Steuerung der Zinsänderungsrisiken auf Basis von Limits mittels Zinsderivaten im Rahmen der festgelegten Risikostrategie.

Wir sind den Auswirkungen von Wechselkursänderungen zahlreicher, für unsere weltweiten Geschäftstätigkeiten relevanter Währungen insbesondere gegenüber dem Euro ausgesetzt. Dazu gehören unter anderem die Währungen australischer Dollar, brasilianischer Real, britisches Pfund, chinesischer Renminbi, Hongkong-Dollar, indische Rupie, japanischer Yen, kanadischer Dollar, mexikanischer Peso, norwegische Krone, polnischer Zloty, schwedische Krone, Schweizer Franken, Singapur-Dollar, südafrikanischer Rand, südkoreanischer Won, Taiwan-Dollar, tschechische Krone, ungarischer Forint und US-Dollar. Dadurch sind wir zudem finanziellen Risiken ausgesetzt, die aus Änderungen der Zinssätze resultieren können. Währungsrisiken reduzieren wir insbesondere durch das Natural Hedging, das heißt, indem wir die Belegung der Produktionskapazitäten an unseren weltweiten Standorten anpassen, neue Produktionsstätten in den wichtigsten Währungsregionen aufbauen und auch einen Großteil der Bauteile vor Ort beschaffen. Das verbleibende Wechselkursrisiko sichern wir zum Teil durch den Einsatz von Financial-Hedge-Instrumenten ab. Das sind im Wesentlichen Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen. Mit ihnen begrenzen wir das Wechselkursrisiko erwarteter Zahlungsströme aus der operativen Geschäftstätigkeit, aus konzerninternen Finanzierungen sowie aus Liquiditätspositionen, die von der jeweiligen funktionalen Währung, zum Beispiel aufgrund von Kapitalverkehrsbeschränkungen, abweichen. Die Devisentermingeschäfte und Devisenoptionen können eine Laufzeit von bis zu zehn Jahren haben. Volkswagen wendet diesbezüglich eine vielschichtige Absicherung an. Wir sichern damit unsere wesentlichen Fremdwährungsrisiken ab, hauptsächlich gegenüber dem Euro und vor allem in den oben bereits genannten Währungen.

Wir haben Sicherungsinstrumente eingesetzt und werden dies voraussichtlich auch künftig tun, um Schwankungen bei Rohstoff- und Energiepreisen abzusichern. Risiken bei der Rohstoffsicherung bestehen im Hinblick auf die Rohstoffverfügbarkeit und die Preisentwicklung. Zur Steuerung von Rohstoff- und Energiepreisrisiken schließen wir Termingeschäfte und Swaps ab. So haben wir unseren Bedarf an Aluminium, Kupfer und Blei für bis zu sechs Jahre sowie an Kobalt und Lithium für weniger als drei Jahre abgesichert. Nickel wird strategisch für bis zu zehn Jahre abgesichert, wobei der Schwerpunkt auf den nächsten sechs Jahren liegt. Die Sicherungsgrade nehmen dabei mit zunehmenden Laufzeiten ab. Darüber hinaus bestehen Verträge zur Absicherung von Strom- und Gaspreisen. Für Platin, Palladium und Rhodium ist der Absicherungszeitraum in der Regel auf maximal drei Jahre begrenzt. Bei bestimmten Rohstoffen kann dies auch Anpassungen in den physischen Beständen einschließen. Zudem wurden Geschäfte für Emissionszertifikate abgeschlossen, um die Preise für CO2-Emissionen abzusichern, die in den kommenden Jahren die freien Zuteilungen im Rahmen des European Union Emissions Trading Systems (EU ETS) voraussichtlich überschreiten.

Überschussliquidität investieren wir in Spezialfonds. Diese unterliegen sowohl Aktienkurs- als auch Fondspreisrisiken, die wir durch eine diversifizierte Anlage der Mittel und die Einhaltung der in den jeweiligen Anlagerichtlinien festgelegten Grenzwerte steuern. Sicherungsgeschäfte werden durchgeführt, sofern es die Marktbedingungen erfordern.

Aus der Anlage überschüssiger Liquidität und dem Abschluss von Derivaten ergeben sich Kontrahentenrisiken. Diesem Risiko begegnen wir durch unser Kontrahentenrisikomanagement, welches wir im Abschnitt „Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements“ innerhalb der „Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage“ näher erläutern. Bei den zu Sicherungszwecken gehaltenen Finanzinstrumenten ergeben sich neben den Kontrahentenrisiken auch bilanzielle Risiken, die wir durch die Anwendung von Hedge Accounting begrenzen.

Zudem können Finanzinstrumente, die im Rahmen der Strategien zur Risikoabsicherung verwendet werden, zu Verlusten in dem Sinne führen, dass die abgeschlossenen Sicherungskurse schlechter notieren als die zum Fälligkeitszeitpunkt des Finanzinstruments am Markt erzielbaren Kurse.

Unsere Sicherungspolitik, die Sicherungsrichtlinien, die Ausfall- und Liquiditätsrisiken sowie die Quantifizierung der genannten Sicherungsgeschäfte, Risiken, die im Zusammenhang mit Forderungen aus Lieferungen und Leistungen entstehen, sowie Risiken aus Finanzdienstleistungen werden im Konzernanhang erläutert. Außerdem stellen wir dort die Marktpreisrisiken im Sinne von IFRS 7 dar.

Liquiditätsrisiko

Die Fähigkeit des Volkswagen Konzerns, seinen Finanzierungsbedarf zu decken, hängt von der Sicherstellung ausreichender Liquidität ab. Es besteht das grundsätzliche Risiko, dass ein bestehender Kapitalbedarf nicht gedeckt werden kann, wenn keine Finanzierung verfügbar ist oder nur zu ungünstigen Konditionen.

Der Konzernbereich Automobile und der Konzernbereich Finanzdienstleistungen verfolgen grundsätzlich eigenständige Refinanzierungsstrategien, sind jedoch vergleichbaren Refinanzierungsrisiken ausgesetzt. Im Konzernbereich Automobile wird Liquidität vor allem durch einbehaltene Erträge, die Inanspruchnahme von Kreditlinien sowie die Begebung von Finanzierungsinstrumenten an den Geld- und Kapitalmärkten gesichert. Im Bereich Finanzdienstleistungen wird der Kapitalbedarf überwiegend durch Fremdkapitalaufnahmen an inländischen und internationalen Märkten gedeckt – hierzu zählen Forderungsverbriefungen, die Emission unbesicherter Anleihen sowie die Gewinnung von Kundeneinlagen über das Direktbankgeschäft.

Unsere Investitionstätigkeiten werden auch durch Darlehen von nationalen Entwicklungsbanken wie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) und der Banco Nacional de Desenvolvimento Econômico e Social (BNDES) sowie von supranationalen Förderbanken finanziert.

Neben bestätigten Kreditlinien wird der diversifizierte Refinanzierungsrahmen zusätzlich durch unbestätigte Kreditlinien von Geschäftsbanken gestützt.

Unsere Finanzierungsmöglichkeiten könnten durch eine Verschlechterung der finanziellen und allgemeinen Marktbedingungen – auch als Folge plötzlich auftretender oder sich verschärfender geopolitischer Spannungen und Konflikte –, eine Verschlechterung unseres Kreditprofils und des Ausblicks sowie eine Herabstufung oder Rücknahme des Ratings oder eine zunehmende Relevanz von ESG-Ratings für Investoren beeinträchtigt werden. In diesen Fällen könnte die Nachfrage von Kapitalmarktteilnehmenden nach den von uns ausgegebenen Wertpapieren zurückgehen. Dies könnte die von uns zu zahlenden Zinssätze erhöhen und unseren Zugang zu den Kapitalmärkten erschweren.

Verschlechtern sich die Finanz- und Marktbedingungen oder steigen die Kreditrisikoprämien und/oder das allgemeine Zinsniveau, führt dies zu höheren Zinsaufwendungen. Uneingeschränkte Zinsschwankungen könnten unsere Finanzierungskosten grundlegend erhöhen und damit unsere Profitabilität beeinträchtigen.

Kreditrisiken und Chancen sowie Kontrahentenrisiken im Finanzdienstleistungsgeschäft

Wir sind dem Risiko ausgesetzt, dass sich die Kreditwürdigkeit unserer Privatkunden und Geschäftspartner, wie zum Beispiel Händler und andere Unternehmenskunden, verschlechtert und diese im schlimmsten Fall ihren Verpflichtungen nicht nachkommen können.

Kreditrisiken und Chancen

Das Kreditrisiko beschreibt das Verlustrisiko, das entsteht, wenn Kundentransaktionen nicht erfüllt werden, insbesondere, wenn ein Kredit- oder Leasingnehmer ausfällt. Der Ausfall entsteht im Falle einer Zahlungsunfähigkeit oder mangelnden Zahlungsbereitschaft des Kredit- oder Leasingnehmers. Dies ist auch dann der Fall, wenn der Vertragspartner Zins- und Tilgungszahlungen nicht rechtzeitig oder vollständig leistet.

Ziel einer systematischen Kreditrisikoüberwachung ist es, frühzeitig die drohende Insolvenz eines Kredit- oder Leasingnehmers zu erkennen, den Sachverhalt entsprechend bei der Berechnung der Risikovorsorge zu berücksichtigen und gegebenenfalls einen Ausfall abzuwenden.

Folge eines Ausfalls könnte der Verlust unternehmerischen Vermögens sein. Führt beispielsweise ein wirtschaftlicher Abschwung zu erhöhter Zahlungsunfähigkeit oder mangelnder Zahlungsbereitschaft seitens der Kredit- oder Leasingnehmer, sind höhere Wertberichtigungen und Verluste zu erfassen.

Wesentlich bei Kreditentscheidungen ist die Bonitätsprüfung der Kreditnehmer. Rating-/Scoring-Verfahren bilden eine objektive Basis bei der Entscheidung, ob ein Kredit oder Leasingverhältnis bewilligt wird.

Kreditrisiken werden mittels definierter Leitlinien und Prozesse gesteuert und überwacht. Sämtliche Kredite werden im Hinblick auf die wirtschaftlichen Umstände des Kredit- oder Leasingnehmers, der Einhaltung von Vertragspflichten, äußere oder innere Bedingungen des Kreditgenehmigungsverfahrens, vorhandene Sicherheiten und der Einhaltung gewährter Limits überwacht. Dafür werden Verpflichtungen – ihrem Risikogehalt entsprechend – auf dem entsprechenden Überwachungsniveau betreut (Normal-, Intensiv- oder Problemkreditbetreuung). Ferner erfolgt die Steuerung des Kreditrisikos über Kreditgenehmigungs- beziehungsweise Berichtslimits sowie definierte Kreditgenehmigungskompetenzen, die für jede Filiale oder Tochtergesellschaft einzeln bestimmt werden.

Eine Chance aus Kreditrisiken kann sich ergeben, sofern die eingetretenen Verluste aus dem Kredit- und Leasinggeschäft geringer ausfallen als die zuvor erwarteten Verluste und die auf dieser Grundlage entsprechend gebildete Risikovorsorge. Gerade in Ländern, in denen aufgrund der unsicheren Wirtschaftslage ein erhöhter Risikovorsorgebedarf festgestellt wurde, kann eine Stabilisierung der Wirtschaftslage und eine damit einhergehende Bonitätsverbesserung der Kreditnehmer zu der Chance führen, dass weniger Verluste als erwartet realisiert werden.

Kontrahentenrisiko/Emittentenrisiko

Wir sind dem Risiko ausgesetzt, dass sich die Bonität unserer Vertragspartner auf den Geld- und Kapitalmärkten verschlechtert. In unseren Konzernbereichen Automobile und Finanzdienstleistungen unterhalten wir umfangreiche Geschäftsbeziehungen zu Banken und Finanzinstituten, insbesondere zur Steuerung der Liquidität über Tages- und Festgelder sowie zur Absicherung von Risiken wie Wechselkurs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken durch Derivate. Dabei bestehen Ausfallrisiken sowohl in Bezug auf die Rückzahlung und Verzinsung der Einlagen als auch auf die Erfüllung von Verpflichtungen aus diesen Derivaten. Gegebenenfalls müssen Finanzinstrumente etwa im Falle einer besorgniserregenden Bonität oder Zahlungsunfähigkeit des Emittenten vor oder bei Fälligkeit veräußert werden, was zu Verlusten führen kann. Unter gewissen Umständen könnte sogar ein vollständiger Forderungsausfall gegenüber dem jeweiligen Emittenten drohen.

Eine künftige Verschlechterung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds könnte eine Zunahme der beschriebenen Risiken nach sich ziehen und eine höhere Risikovorsorge erforderlich machen.

Restwertrisiken und -chancen

Ein Restwertrisiko entsteht, wenn der prognostizierte Marktwert bei Veräußerung des Leasing- oder Finanzierungsgegenstands zum Vertragsende niedriger ist als der bei Vertragsabschluss kalkulierte Restwert oder wenn der Verkaufserlös bei vorzeitiger Vertragskündigung aufgrund vertraglicher Beendigungsoptionen unter dem Fahrzeugbuchwert liegt. Demgegenüber besteht die Chance, dass durch die Veräußerung mehr als der errechnete Rest- oder Buchwert erzielt wird.

Eine Verringerung der Restwerte oder der Verkaufserlöse von Leasingfahrzeugen oder von Fahrzeugen, die über ein Produkt mit Ballonrate und Rückgabeoption finanziert wurden, könnte negative Auswirkungen auf unsere Geschäftstätigkeit haben.

Als Leasinggeber im Rahmen von Leasingverträgen – einschließlich Finanzierungsverträgen mit Ballonrate und Rückgabeoption für den Kunden – trägt der Konzernbereich Finanzdienstleistungen in der Regel das Risiko, dass der Marktwert der am Vertragsende veräußerten Fahrzeuge unter dem bei Vertragsschluss vereinbarten Restwert liegt (sogenanntes Restwertrisiko). Dieses Risiko wird vom Konzernbereich Finanzdienstleistungen bei der Bildung von Rückstellungen für das bestehende Portfolio ebenso berücksichtigt wie bei der Festlegung der vertraglichen Restwerte für Neugeschäfte.

Volkswagen unterscheidet zwischen direkten und indirekten Restwertrisiken. Wenn der Konzernbereich Finanzdienstleistungen das Restwertrisiko trägt, handelt es sich um ein direktes Restwertrisiko. Das Restwertrisiko ist indirekt, wenn es auf Grundlage einer Restwertgarantie auf einen Dritten (zum Beispiel einen Händler) übertragen wurde. Der Konzernbereich Finanzdienstleistungen schließt regelmäßig Verträge ab, die Händler verpflichten, Fahrzeuge zurückzukaufen. In diesen Fällen tragen die Händler als Restwertgaranten das Restwertrisiko und es besteht hinsichtlich des Restwertgaranten ein Adressenausfallrisiko. Kommt ein Restwertgarant seinen Verpflichtungen nicht nach, geht das Restwertrisiko auf den Volkswagen Konzern über.

Das Restwertrisiko kann durch verschiedene externe Faktoren beeinflusst werden. Veränderungen im Verbrauchervertrauen und in den Kundenpräferenzen, die allgemeine Wirtschaftslage, staatliche Maßnahmen, Wechselkursschwankungen sowie die Wahrnehmung der Fahrzeugqualität, -sicherheit oder -zuverlässigkeit können dieses Risiko erhöhen. Unter anderem musste Volkswagen die bestehende Risikovorsorge für Restwertrisiken in der Vergangenheit erhöhen. Es ist nicht auszuschließen, dass aufgrund einer erneuten Verschlechterung des gesamtwirtschaftlichen Umfelds ein ähnliches Szenario eintreten könnte. Auch die Entwicklung der Elektromobilität spielt eine Rolle: Fortschritte in der Batterietechnologie können das Restwertrisiko bestehender Elektrofahrzeuge erhöhen, da die Nachfrage nach veralteter Technologie sinkt. Gleichzeitig könnte die zunehmende Verbreitung von Elektrofahrzeugen infolge veränderter Verbraucherpräferenzen die Restwerte konventioneller Verbrennerfahrzeuge belasten. Andererseits könnten Engpässe bei Komponenten, steigende Rohstoff-, Energie- und Logistikkosten sowie Herausforderungen bei Beschaffung und Lieferung zu einem Rückgang der Neuwagenproduktion oder -verkäufe und im Gegenzug zu einem Anstieg der Gebrauchtwagenwerte führen, was möglicherweise unser Restwertrisiko senkt.

Rückstellungen für Restwertrisiken könnten sich im Nachhinein als unzureichend erweisen, sei es aufgrund fehlerhafter ursprünglicher Restwertprognosen oder infolge veränderter Markt- beziehungsweise regulatorischer Rahmenbedingungen.

Das Management der Restwertrisiken basiert auf einem festgelegten Regelkreis, der eine vollständige Risikobeurteilung, -überwachung, -steuerung und -kommunikation sicherstellen soll. Neben einem professionellen Restwertrisikomanagement gewährleistet diese Art der Prozessgestaltung auch, dass der Umgang mit Restwertrisiken systematisch verbessert und weiterentwickelt wird.

Für die direkten Restwertrisiken werden im Rahmen der Risikosteuerung regelmäßig die Angemessenheit der Risikovorsorge sowie das Restwertrisikopotenzial überprüft. Bei der Überprüfung der Angemessenheit wird im Rahmen der Erstellung des Berichtswesens die Höhe der vorhandenen direkten Restwertrisiken im Vergleich zur Höhe der gebildeten Risikovorsorge betrachtet. Aus dem sich ergebenden Restwertrisikopotenzial werden im Rahmen eines aktiven Risikomanagements verschiedene Maßnahmen ergriffen. Hinsichtlich des Neugeschäfts müssen dabei aktuelle Marktgegebenheiten und zukünftige Einflussfaktoren in der Restwertempfehlung berücksichtigt werden.

Abhängigkeit des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen

Der Konzernbereich Finanzdienstleistungen hängt vom Absatz des Volkswagen Konzerns ab und jedes Risiko, das die Fahrzeugauslieferungen des Konzerns negativ beeinflusst, könnte sich nachteilig auf das Geschäft des Konzernbereichs auswirken.

Das Geschäftsmodell des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen liegt im Wesentlichen in der Vertriebsunterstützung für Produkte des Konzernbereichs Automobile. Der wirtschaftliche Erfolg des Konzernbereichs Finanzdienstleistungen hängt daher in hohem Maße vom Erfolg des Konzernbereichs Automobile ab. Die Entwicklung der Fahrzeugauslieferungen an Kunden des Volkswagen Konzerns ist entscheidend und wesentlich für die Generierung neuer Aufträge für den Konzernbereich Finanzdienstleistungen.

Rating
Systematische Bewertung von Unternehmen im Hinblick auf ihre Bonität. Das Rating wird durch Bewertungsstufen ausgedrückt, die die verschiedenen Rating-Agenturen unterschiedlich definieren.
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