Unternehmenskultur
Eine nachhaltige, verantwortungsbewusste und transparente Unternehmensführung hat im Volkswagen Konzern hohe Priorität.
Wesentliche Auswirkung und ihr Zusammenspiel mit der Strategie und dem Geschäftsmodell
AUSWIRKUNG IM BEREICH UNTERNEHMENSKULTUR
| Beschreibung | Auswirkung/Risiko/ Chance | Tatsächliche/ potentielle Auswirkung | Wertschöpfungskette | Zeithorizont | ||||
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Unternehmenskultur |
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Der Begriff Unternehmenskultur ist im Volkswagen Konzern weiter gefasst als die Definition der ESRS und beinhaltet auch Themen wie beispielsweise Diversität und Mitbestimmung. Diese Aspekte werden unter Sozialinformationen berichtet. Die positive Auswirkung in diesem Kapitel zur Unternehmensführung resultiert aus der Förderung von Integrität, Gleichbehandlung, ethischem Verhalten, verantwortungsvollen Entscheidungsprozessen und der Betonung von Fairness durch die Arbeitnehmervertretung. |
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Chance |
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Positive Auswirkung |
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Tatsächliche Auswirkung |
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Vorgelagerte Wertschöpfungskette |
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Kurzfristiger Zeithorizont |
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Risiko |
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Negative Auswirkung |
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Potentielle Auswirkung |
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Eigener Geschäftsbereich |
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Mittelfristiger Zeithorizont |
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Nachgelagerte Wertschöpfungskette |
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Langfristiger Zeithorizont |
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Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse identifizierte Auswirkung im Bereich Unternehmenskultur hat Einfluss auf die Strategie und das Geschäftsmodell des Volkswagen Konzerns. Übergeordnet ist das Thema Unternehmenskultur in der Konzernnachhaltigkeitsstrategie regenerate+ verankert. Der Volkswagen Konzern fördert den Einfluss seiner wesentlichen Auswirkung auf sein Geschäftsmodell und Strategie über verschiedene Maßnahmen im Bereich der Unternehmenskultur. Diesbezüglich liegt der Fokus des Kapitels auf Themen, die sich auf Integrität und Compliance (I&C) beziehen, wie dem Code of Conduct und risikobasierten Maßnahmenpaketen, wie zum Beispiel Sensibilisierungs- und Trainings-, Tone-from-the-Top-Maßnahmen, den Konzerngrundsätzen im Zusammenspiel mit dem Role Model Programme und myVOICE (ehemals Stimmungsbarometer).
Managementkonzepte: Unternehmenskultur
Code of Conduct und Konzerngrundsätze
Integrität und Compliance stellen die Basis für ein korrektes und werteorientiertes Handeln im Volkswagen Konzern dar. Die Leitlinien dafür sind in den Verhaltensgrundsätzen – dem Code of Conduct – sowie in den Konzerngrundsätzen festgehalten. Der Code of Conduct bildet das ethische und wertebasierte Fundament für integres und regelkonformes Verhalten im Volkswagen Konzern. Als zentrales Element fördert er das Bewusstsein für verantwortungsvolles Handeln und Entscheiden, bietet Unterstützung bei der Meinungsbildung, benennt Ansprechpartner und gilt verbindlich für alle Marken und Gesellschaften des Konzerns. Der Code of Conduct beruht auf internationalen Übereinkommen und Erklärungen, insbesondere der Internationalen Menschenrechtscharta, den Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO – International Labour Organisation) sowie dem Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen Korruption.
Das gemeinsame Wertefundament für alle Marken und Gesellschaften des Volkswagen Konzerns bilden die Konzerngrundsätze als Teil des Code of Conduct. Sie sind die Grundlage der Unternehmenskultur und beschreiben, wofür der Volkswagen Konzern weltweit steht: Wir tragen Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft, Wir sind aufrichtig und sprechen an, was nicht in Ordnung ist, Wir wagen Neues, Wir leben Vielfalt, Wir sind stolz auf die Ergebnisse unserer Arbeit, Wir statt Ich, Wir halten Wort. Diese Sätze sind ein Versprechen an die Kundinnen und Kunden, Aktionärinnen und Aktionäre, Geschäftspartner und an die Beschäftigten. Der Code of Conduct und die Konzerngrundsätze sind auf der Webseite des Volkswagen Konzerns frei zugänglich.
In Zusammenarbeit mit den relevanten Fachbereichen ist der Group Chief Integrity & Compliance Officer für den Inhalt des Code of Conduct verantwortlich. Dieser steht an der Spitze der konzernweiten Integrity & Compliance-Organisation, die im Vorstandsressort „Integrität und Recht“ angesiedelt ist. Für die lokale Umsetzung in die Gesamtbelegschaft sind die Marken und Gesellschaften verantwortlich.
Die Group Integrity & Compliance-Organisation unterstützt die Konzern- und Markengesellschaften, ihre Geschäftsaktivitäten regelkonform durchzuführen und Gesetze sowie interne Vorgaben einzuhalten. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten zählen unter anderem Anti-Korruption, Verhinderung von Vermögensschäden durch Betrug und Untreue sowie Vermeidung von Geldwäsche. Ausgangspunkt ist die interne Compliance-Risikobewertung (ICRA – Internal Compliance Risk Assessment).
Interne Compliance-Risikobewertung
Im Rahmen der operativen Umsetzung von Integrität und Compliance werden unter anderem über ICRA mögliche Risiken im Konzern ermittelt und entsprechende Arbeitsschwerpunkte festgelegt. Den aktiven und kontrollierten Gesellschaften des Volkswagen Konzerns, die Personal beschäftigen oder Beschaffungsaktivitäten durchführen, werden Risikoprofile – untergliedert in niedrig, mittel oder hoch – sowie dazugehörige Maßnahmenpakete einschließlich Trainings- und Kommunikationsanforderungen zugewiesen. Auf Basis dessen sind beispielsweise Sensibilisierungs- und Trainingsmaßnahmen für Beschäftigte des Konzerns umzusetzen, um integres Verhalten im Geschäftsalltag zu fördern, verantwortungsvoll zu handeln und Fehlverhalten zu vermeiden. Nach diesem risikobasierten Ansatz werden Beschäftigte, Mitglieder des Managements und relevante Interessengruppen regelmäßig zu Integritäts- und Compliance-Themen, Verfahren und Verhaltensregeln in ihrem Tätigkeitsbereich geschult. Zudem werden im Rahmen eines Monitoring- und Verbesserungsprozesses Überprüfungen zur Wirksamkeit der Integrity & Compliance-Maßnahmen von Auditoren durchgeführt. Darüber hinaus wird das Integritäts- und Compliance-Management-system (ICMS) kontinuierlich optimiert.
Der Porsche AG Konzern führt in den Hauptabteilungen eigenständig eine interne Compliance-Risikobewertung zur Identifizierung von Risikopotenzialen, Festlegung von Arbeitsschwerpunkten und Ableitung von Präventionsmaßnahmen durch.
Minimum Standards for Integrity and Compliance-Training and Communication
Die Minimum Standards bieten in Ergänzung zu den ICRA-Maßnahmenpaketen eine Konkretisierung für die Gestaltung und Durchführung von Integrity & Compliance-Schulungen und werden zentral von Group Integrity & Compliance bereitgestellt. Sie sollen innerhalb der Marken und Gesellschaften Orientierung über die Schulungsthemen, deren Zielgruppen sowie die Mindestinhalte geben. Diese konzernweiten Minimum Standards gewährleisten ein definiertes Maß an Homogenität in den konzernweiten Integrity & Compliance-Schulungen. Die Entwicklung eines effektiven Schulungsprogramms sowie die Organisation und Durchführung von Schulungen, wie dem Code-of-Conduct-Training, liegen unter Berücksichtigung der Minimum Standards in der Verantwortung der jeweiligen Marken und Gesellschaften.
Das Code-of-Conduct-Training richtet sich an alle Beschäftigten in den kontrollierten Gesellschaften, einschließlich der Unternehmensleitung. Für Beschäftigte im indirekten Bereich (Angestellte und Management in Voll- und Teilzeit) ist das Training alle drei Jahre zu wiederholen. Die Teilnahme wird systemseitig erfasst. Praktikanten, Werkstudierende und Doktoranden sind beispielsweise ausgenommen. Zum Abschluss des Geschäftsjahres 2025 verfügten 280.865 (261.707) Beschäftigte über eine gültige Qualifizierung zum Code of Conduct. Dies entspricht 94 % (97 %) der zu qualifizierenden aktiven Belegschaft. Im Geschäftsjahr 2025 absolvierten 14.980 Beschäftigte der Porsche AG (dies entspricht 86 % der relevanten Porsche AG Beschäftigten) das digitale Lernmodul „Verhaltensgrundsätze“. Das Lernmodul stellt die gleichnamige Leitlinie vor und informiert über das Hinweisgebersystem sowie die Kontaktdaten des Compliance Helpdesks. Darüber hinaus sind unter anderem auch Inhalte zur Vermeidung von Interessenkonflikten und Korruption sowie zu Menschenrechten Gegenstand des Lernmoduls.
Anlassbezogen und mindestens einmal jährlich wird die konzernweite Umsetzung der verpflichtenden Schulungsmaßnahmen zum Code of Conduct in den Konzernvorstand berichtet.
Die Beschäftigten des produktionsnahen sogenannten direkten Bereichs werden alle vier Jahre entsprechend unterwiesen. Das Training bildet die Grundsätze der Code-of-Conduct-Broschüre ab und beinhaltet unter anderem Themen wie Umwelt-Compliance, Produkt-Compliance sowie das Korruptionsverbot. Die Inhalte werden regelmäßig aktualisiert.
Maßnahmen: Unternehmenskultur
Code-of-Conduct-Training
Mit dem Code-of-Conduct-Training werden Beschäftigte des Volkswagen Konzerns zu den Themen integres und regelkonformes Verhalten, Korruptionsverbot und im Schwerpunkt Korruptionsprävention geschult. Eine detaillierte Beschreibung des Code-of-Conduct-Trainings befindet sich unter „Managementkonzepte: Unternehmenskultur“.
Beschäftigte ab dem Oberen Managementkreis werden zweijährig zum Code of Conduct zertifiziert, mit dem Ziel, ihre Vorbildfunktion zu erkennen, ihre Beschäftigten entsprechend zu sensibilisieren und ihnen die Auffindung relevanter Informationen im Code of Conduct zu erleichtern. Teil der Zertifizierung ist auch, dass die Teilnehmenden die arbeitsvertragliche Meldepflicht bei schweren Regelverstößen kennen und eventuelle Interessenkonflikte offenlegen.
Code-of-Conduct-Broschüre
Die Code-of-Conduct-Broschüre dient der Kommunikation des Code of Conduct an alle Beschäftigten und externe Stakeholder. Sie zielt darauf ab, ein einheitliches Verständnis des Code of Conduct im Volkswagen Konzern zu schaffen.
Alle Beschäftigten erhalten die Broschüre bei der Einstellung. Zudem ist sie intern und extern online verfügbar. Das Dokument ist konzernweit publiziert und wird regelmäßig aktualisiert und von entsprechenden Kommunikationskampagnen begleitet. Im September 2025 erfolgte eine Aktualisierung des Code of Conduct mit Bezug auf die Meldekanäle des Hinweisgebersystems.
Tone-from-the Top
Mit der Tone-from-the-Top-Kommunikation wird die Haltung der Unternehmensleitung sowie des Top-Managements zu integrem und regelkonformem Verhalten an die Beschäftigten sowie an externe Stakeholder vermittelt. Sie dient als Leitbild für alle Beschäftigten und prägt damit maßgeblich die Unternehmenskultur in Bezug auf das Themenfeld Integrität und Compliance. Durch eine regelmäßige Integrity & Compliance-Kommunikation, konsequentes Handeln und das Vorleben von Werten signalisieren sowohl das Top-Management wie auch die Unternehmensleitung, dass integres und regelkonformes Verhalten nicht nur erwartet, sondern aktiv gefördert wird. So schafft der „Tone-from-the Top“ Vertrauen und Orientierung im Arbeitsalltag. Die durchgeführten Tone-from-the-Top-Kommunikationsmaßnahmen werden risikospezifisch dokumentiert.
Role Model Programme
Ein wichtiger Teil des Selbstverständnisses des Volkswagen Konzerns ist die Förderung und Befähigung von Führungskräften, aktiv zur erfolgreichen Transformation beizutragen und als Vorbild zu agieren. Führungskräfte, die mit gutem Beispiel vorangehen, motivieren ihre Teams, geben Mut für Veränderungen, stärken die Wirksamkeit und schaffen Vertrauen. Dies sind Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Das Role Model Programme unterstützt Führungskräfte darin, diese Faktoren zu stärken.
Durch übersichtliche Teamaktivitäten in einer Toolbox erhalten Führungskräfte Anregungen und Anleitungen, die einfach und ohne zusätzliches Budget umsetzbar und gut in den Arbeitsalltag integrierbar sind. Bei allen Aktivitäten geht es darum, Führung lebendig zu gestalten, Distanzen zwischen Hierarchieebenen abzubauen, Innovationen zu fördern und das Vertrauen und den Austausch untereinander zu stärken. Die in der Toolbox enthaltenen Methoden und Anleitungen sind dabei den sieben Konzerngrundsätzen zugeordnet. Neben den zentral vorgeschlagenen Methoden und Anleitungen haben die Führungskräfte die Möglichkeit, eigene Methoden und Tools zu entwickeln und mittels sogenannter Wild Cards als Maßnahmen im Programm durchzuführen.
Der verbindliche Rahmen mit Mindestanforderungen für Führungskräfte unterstützt die Umsetzung dieses Programms zur Verbesserung der Unternehmenskultur. Das Role Model Programme wird jährlich und konzernweit durchgeführt. Zielgruppe sind alle Beschäftigten mit Führungs- und Teamleitungsaufgaben im Konzern.
myVOICE
Die Beschäftigtenbefragung myVOICE (ehemals Stimmungsbarometer) stellt eine positive Maßnahme zur Förderung der Unternehmenskultur dar. Durch die regelmäßige Einholung von Meinungen, Einschätzungen und Kritik wird der kontinuierliche Dialog zwischen Beschäftigten und Führungskräften gestärkt. Dies trägt zur Förderung von Transparenz, Vertrauen und einer offenen Kommunikationskultur bei. Führungskräfte erhalten durch die Befragung Einblicke in Verbesserungspotenziale ihrer Verantwortungsbereiche und werden bei der Ableitung und Umsetzung entsprechender Maßnahmen durch verschiedene Tools und Instrumente unterstützt. Im Jahr 2024 wurde das Stimmungsbarometer zwecks Überarbeitung für den Konzern ausgesetzt. Nach der Überarbeitung stand es in 2025 unter dem Namen myVOICE zunächst in vier Gesellschaften wieder als Instrument zur Verfügung. Der Roll-out des Instruments in weitere Gesellschaften des Konzerns erfolgt ab 2026.
Die Grundsätze von und die Teilnahmequote an myVOICE sind im Kapitel „Beschäftigte und Fremdarbeitskräfte“ unter „Verfahren: Einbeziehung der Beschäftigten und Arbeitnehmervertreter in Bezug auf Auswirkungen“ beschrieben. Weitere Informationen unter anderem zu den auf myVOICE aufbauenden Maßnahmen finden sich im Abschnitt „Maßnahmen im Zusammenhang mit Arbeitsbedingungen“.
Ziele: Unternehmenskultur
Ziele werden grundsätzlich vom Volkswagen Konzern dort entwickelt, wo ein Bezug zu seinen Strategien besteht. In Bezug auf das Thema Unternehmenskultur sind derzeit keine messbaren ergebnisorientierten Ziele im Sinne der ESRS festgelegt. Die Effektivität der Managementkonzepte und Maßnahmen in Bezug auf die im Rahmen der im Berichtsjahr durchgeführten Wesentlichkeitsanalyse identifizierte positive Auswirkung wird aktuell nicht nachverfolgt. Ein wesentlicher Ausdruck der Unternehmenskultur sind die Verhaltensgrundsätze und das dazugehörige Training.
Am 1. Januar 2024 wurde konzernweit ein aktualisierter Code of Conduct veröffentlicht. Im September 2025 erfolgte eine weitere Aktualisierung der Meldekanäle des Hinweisgebersystems. Durch relevante ergänzende Inhalte und ein übergreifendes, konzernweites Narrativ wird eine klare, werteorientierte Haltung vermittelt, die die Anschlussfähigkeit an zukünftige Entwicklungen sichert. Im Rahmen der Beschäftigtenbefragung myVOICE wird integres und regelkonformes Verhalten ebenfalls thematisiert.