Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Der Volkswagen Konzern strebt an, die Biodiversität an seinen Produktionsstandorten sowie innerhalb der Lieferkette zu erhöhen und so einen Mehrwert für die Natur und die Verbesserung der Artenvielfalt zu erzielen.
Wesentliche Auswirkungen und ihr Zusammenspiel mit der Strategie und dem Geschäftsmodell
AUSWIRKUNGEN IM BEREICH BIOLOGISCHE VIELFALT UND ÖKOSYSTEME
| Beschreibung | Auswirkung/Risiko/ Chance | Tatsächliche/ potentielle Auswirkung | Wertschöpfungskette | Zeithorizont | ||||
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Direkte Ursachen des Biodiversitätsverlusts |
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Die Auswirkungen der direkten Einflussfaktoren wurden entlang der Wertschöpfungskette analysiert. Generell haben die Aktivitäten in der vorgelagerten Wertschöpfungskette einen hohen Einfluss hinsichtlich Landnutzungsänderungen und direkter Ausbeutung, wie zum Beispiel Auswirkungen der Rohstoffgewinnung, Entwaldung für Kautschukplantagen für die Reifenherstellung oder Landwirtschaft für die Lederproduktion. Die Ausbreitung von invasiven Arten wird durch die weltweiten Logistikströme und Transporte beeinflusst, welche außerdem Auswirkungen auf die Land- und Meeresnutzung haben. Auch die Produktionsaktivitäten an eigenen Standorten haben Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosysteme, zum Beispiel durch Landnutzung und Immissionen. |
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Auswirkungen und Abhängigkeiten von Ökosystemleistungen |
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Ökosystemleistungen können durch die Aktivitäten entlang der Wertschöpfungskette negativ beeinflusst werden, wie zum Beispiel durch Emissionen in Luft oder Wasser. In unserer eigenen Produktion, besonders aber in der vorgelagerten Wertschöpfungskette, sind wir abhängig von den Bereitstellungsleistungen und den Regulierungs- und Erhaltungsleistungen von Ökosystemen, insbesondere beim Rohstoffan- und -abbau (zum Beispiel Erzgewinnung und nachwachsende Rohstoffe). |
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Chance |
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Positive Auswirkung |
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Tatsächliche Auswirkung |
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Vorgelagerte Wertschöpfungskette |
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Kurzfristiger Zeithorizont |
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Risiko |
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Negative Auswirkung |
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Potentielle Auswirkung |
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Eigener Geschäftsbereich |
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Mittelfristiger Zeithorizont |
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Nachgelagerte Wertschöpfungskette |
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Langfristiger Zeithorizont |
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Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell
Die im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse identifizierten Auswirkungen haben Einfluss auf das Geschäftsmodell, die Strategie und die Wertschöpfungskette des Volkswagen Konzerns. Die Themen biologische Vielfalt und Ökosysteme sind in der Konzernnachhaltigkeitsstrategie regenerate+ verankert. Dabei sind die Erhaltung der biologischen Vielfalt und ihre nachhaltige Nutzung zentrale Elemente. Daher ist das Thema auch in zentralen Managementkonzepten festgeschrieben. Sowohl im Leitbild Umwelt als auch im Biodiversity Commitment hat sich der Volkswagen Konzern zu Schutz, Erhalt und Förderung der Biodiversität bekannt.
Biodiversität und der Schutz von Ökosystemen sind im Code of Conduct für Geschäftspartner des Volkswagen Konzerns als relevante Nachhaltigkeitsthemen verankert. Ziel ist es, die Einhaltung von Anforderungen des jeweils anwendbaren Rechts sowie internationaler Vorschriften zur Erhaltung der biologischen Vielfalt entlang der Lieferkette zu fördern – insbesondere zum Schutz bedrohter Arten und Lebensräume sowie zur nachhaltigen Nutzung natürlicher Ressourcen. Der Code of Conduct für Geschäftspartner gilt grundsätzlich für direkte Lieferanten und ist fester Vertragsbestandteil. Lieferanten werden zudem aufgefordert, die Anforderungen auch an ihre direkten Geschäftspartner weiterzugeben, um die Anforderungen auch in die tiefergelagerte Lieferkette weiterzureichen. Die konkrete Umsetzung kann je nach Struktur und Einflussmöglichkeiten variieren.
Mit der Umsetzung von Maßnahmen im Bereich Biodiversität soll, neben weiteren Umweltschutzmaßnahmen, den Auswirkungen der Geschäftstätigkeiten des Volkswagen Konzerns entgegengewirkt werden. Biodiversitätsmaßnahmen an den Standorten, wie zum Beispiel das Anlegen von Blühwiesen oder Fassadenbegrünungen, dienen in erster Linie dem Ausgleich des Flächenverbrauchs und leisten neben anderen Umweltschutzmaßnahmen einen Beitrag zur strategischen Vision der Zero Impact Factory. Der positive Beitrag dieser Projekte in und um die Werke des Volkswagen Konzerns wird über eine Kennzahl bewertet (siehe Abschnitt „Ziele: Biologische Vielfalt und Ökosysteme“). Zusätzlich zu den Maßnahmen, die sich auf die lokalen und regionalen Auswirkungen der eigenen Betriebsstätten beziehen, werden Auswirkungen auf überregionaler Ebene durch den Beitrag des Volkswagen Konzerns zu globalen, freiwilligen Biodiversitätsprojekten adressiert.
Übergangsplan und Berücksichtigung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen in Strategie und Geschäftsmodell
Im Rahmen einer Resilienzanalyse wurden keine wesentlichen physischen Risiken, Übergangsrisiken und systemischen Risiken oder Chancen im Hinblick auf die biologische Vielfalt und Ökosysteme (ESRS E4) identifiziert, jedoch wesentliche Auswirkungen. Außerdem wurde qualitativ bewertet, inwiefern Strategie und Geschäftsmodell in der Lage sind, diese wesentlichen Auswirkungen zu adressieren. Zur Bewertung der kurz-, mittel- und langfristigen Resilienz wurden Kriterien wie Umfang und Qualität vorhandener Managementkonzepte, Maßnahmen und Ziele, die Berücksichtigung von Auswirkungen in der Konzernnachhaltigkeitsstrategie sowie Herausforderungen bei der Implementierung von Anpassungsmaßnahmen und -strategien herangezogen. Zu den wesentlichen Annahmen gehört, dass der notwendige Zugang zu Kapital, unabhängig von der wirtschaftlichen Lage, planmäßig bereitgestellt werden kann. Vorausgesetzt wird außerdem, dass die Biodiversitätsperformance des Volkswagen Konzerns weiterhin den Erwartungen von Investoren und Kreditgebern entspricht. Zudem wird angenommen, dass die Lieferanten relevante Daten in Bezug auf biologische Vielfalt und Ökosysteme zur Verfügung stellen. Diese Annahmen werden kontinuierlich in den relevanten Planungs- und Steuerungsgremien validiert. Unsicherheiten bestehen in den grundsätzlichen Herausforderungen nicht kalkulierbarer Entwicklungen des globalen Absatzmarktes von Fahrzeugen und in der Entwicklung regulatorischer Vorgaben im Hinblick auf biologische Vielfalt und Ökosysteme.
Die in der Resilienzanalyse betrachteten Zeithorizonte entsprechen den im Kapitel „Allgemeine Informationen“ im Abschnitt „Methodische Hinweise zur Anwendung der ESRS“ definierten und auch in der Wesentlichkeitsanalyse genutzten Zeithorizonten. Diese sind in kurzfristige (< 1 Jahr), mittelfristige (zwischen 1 bis 5 Jahren) und langfristige (> 5 Jahre) Horizonte eingeteilt. Die Analyse umfasst die als wesentlich identifizierten Auswirkungen und deren zentrale Treiber entlang der Konzernstrategie und Wertschöpfungskette. Hierzu zählen insbesondere die Verankerung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen in regenerate+ und der Abdeckungsgrad der strategischen und operativen Anpassungsmaßnahmen entlang der vorgelagerten Wertschöpfungskette und der eigenen Tätigkeiten. In der Analyse des Abdeckungsgrades von Managementkonzepten und Maßnahmen wurde auch die nachgelagerte Wertschöpfungskette berücksichtigt.
Zur Berücksichtigung der relevanten Stakeholder in der Resilienzanalyse gemäß ESRS E4 Paragraph 13 (f) wurden interne Expertinnen und Experten, die mit relevanten Stakeholdern regelmäßig im Austausch stehen und zusammenarbeiten, in den Prozess eingebunden. Externe Stakeholder sowie Personen mit indigenem und einheimischem Wissen betroffener Regionen wurden nicht in den Prozess einbezogen. regenerate+ dient als zentraler strategischer Rahmen zur Eindämmung der wesentlichen negativen Auswirkungen in Bezug auf die biologische Vielfalt und Ökosysteme. Innerhalb von regenerate+ ist Natur als zentrale Dimension definiert. Auf Themen wie Artenvielfalt und Biodiversität wird explizit in der Säule Ökosysteme eingegangen, wodurch die zentralen Elemente des ESRS E4 eine relevante Bedeutung in der Konzernnachhaltigkeitsstrategie erhalten. Zudem besteht die Möglichkeit, konkrete Themen im Hinblick auf biologische Vielfalt und Ökosysteme auf Vorstandsebene über die Verankerung von regenerate+ im Strategieprozess aufzugreifen. In monatlichen konzernweiten Austauschformaten zu biologischer Vielfalt und Ökosystemen auf fachlicher Ebene, an denen Expertinnen und Experten und Vertretende für Biodiversität der verschiedenen Marken und Werke teilnehmen, werden die strategische Ausrichtung sowie Pilotprojekte im Konzern diskutiert und in weitere relevante Gremien getragen. Die Steuerung soll langfristig über Kennzahlen erfolgen. Die Marken des Konzerns legen zudem unterschiedliche Fokusbereiche für Biodiversität fest. So werden in der Lieferkette spezifische Projekte zu Commodity Hotspots von einzelnen Marken konzeptualisiert, um zukünftig Pilotprojekte mit Lieferanten und weiteren Partnern durchzuführen.
Durch das Zusammenspiel operativer Managementkonzepte, wie beispielsweise dem Leitbild Umwelt goTOzero oder dem Biodiversity Commitment, und standortbezogenen Maßnahmen werden insbesondere mittel- und langfristige Auswirkungen auf Biodiversität und Ökosysteme adressiert. Kurzfristig sollen Maßnahmen wie beispielsweise die Einrichtung von Insektenhotels, die Installation von Nistkästen für Vögel und Fledermäuse, die Errichtung anderer Strukturelemente oder das Anlegen von Blühwiesen den negativen Auswirkungen entgegenwirken. Konkrete Ziele in Bezug auf die biologische Vielfalt und Ökosysteme auf Konzernebene wurden für das Jahr 2025 nicht formuliert. Diese befinden sich derzeit in der Entwicklung. Darüber hinaus existieren bereits bestehende Zielvorgaben aus strategischen Fokusthemen, die auf die biologische Vielfalt und Ökosysteme einzahlen, wie etwa Dekarbonisierung und Wassermanagement.
Negative Auswirkungen auf biologische Vielfalt und Ökosysteme in der Lieferkette sollen durch geeignete Maßnahmen reduziert werden. Der Code of Conduct für Geschäftspartner unterstützt dabei, entsprechende Anforderungen zu adressieren, insbesondere durch die vertragliche Einbindung bei direkten Lieferanten sowie die Aufforderung zur Weitergabe an relevante Geschäftspartner. Während der Großteil der Lieferanten kein erhöhtes Risiko im Rahmen der biologischen Vielfalt und Ökosysteme aufweist, wird die vorgelagerte Lieferkette insbesondere bei Bergbau- oder bei landwirtschaftlichen Produkten im Vorfeld geprüft.
Auswirkungen und abhängigkeiten in oder angrenzend an biodiversitätssensible Gebiete
Bei der Ermittlung der wesentlichen Themen wurde der im Kapitel „Allgemeine Informationen“ unter Abschnitt „Vorgehensweise und Ergebnisse der doppelten Wesentlichkeitsanalyse“ beschriebene Prozess der doppelten Wesentlichkeitsanalyse durchgeführt. Vertiefend wurde eine Analyse von Unternehmensaktivitäten durchgeführt, bei der potenzielle Auswirkungen und Abhängigkeiten betrachtet wurden. Eine Analyse von Übergangsrisiken, physischen Risiken und Chancen sowie systemischen Risiken erfolgte hier nicht. Eine Szenarioanalyse wurde nicht angewendet. Konsultationen mit betroffenen Gemeinschaften wurden im Kontext dieser Analyse nicht durchgeführt.
Potenzielle Auswirkungen und Abhängigkeiten wurden mithilfe des web-basierten Tools Exploring Natural Capital, Opportunities, Risks and Exposure (ENCORE) ermittelt. Dieses führt eine Sektorenanalyse durch, um potenzielle Risiken, Auswirkungen und Abhängigkeiten branchenspezifisch zu analysieren. Dabei stellt es ausschließlich auf die potenziellen Auswirkungen ab, die durch die eigene Produktion entstehen können, ohne die verbundenen Auswirkungen über die Lieferkette (zum Beispiel Metallherstellung) zu berücksichtigen. Bei der Auswertung wurden die potenziellen Auswirkungen der Branche hinsichtlich verschiedener Impact-Kategorien betrachtet. Relevante Impact-Kategorien sind Landnutzungsänderung (zum Beispiel genutzte Fläche), Ressourcennutzung (zum Beispiel Wassernutzung), Klimawandel (THG-Emissionen), Umweltverschmutzung (zum Beispiel schädliche Emissionen in Boden, Luft und Wasser, Abfallerzeugung) und Störungen (zum Beispiel Lärm oder Licht). Durch die Verknüpfung dieser Kategorien entsteht eine potenzielle zusammenfassende Auswirkung der Aktivität (zum Beispiel Kraftfahrzeugherstellung) auf Boden, Wasser, Biodiversität und Atmosphäre. Betrachtete Aktivitäten sind die Herstellung von Kraftfahrzeugen, die Herstellung von Teilen und Zubehör für Kraftfahrzeuge, Energieerzeugung aus fossilen Brennstoffen sowie die Herstellung von Sondermaschinen. Ebenso wurden die bestehenden Abhängigkeiten der eigenen Aktivitäten von Biodiversität und Ökosystemen untersucht. Die dabei betrachteten Ökosystemleistungen sind die Bereitstellung von Leistungen (zum Beispiel Wasserbereitstellung) und Regulierungs- und Erhaltungsdienste (zum Beispiel Hochwasserkontrolle, Wasserreinigung). Zur Bewertung der Auswirkungen und Abhängigkeiten der Aktivitäten auf die Biodiversität wird das spezialisierte Tool Kuyua eingesetzt, das eine tiefgehende Analyse der ökologischen Gegebenheiten an und um die Standorte ermöglicht. Dieses Tool unterstützt den Konzern dabei, den Status der Biodiversität differenziert zu erfassen und fundierte Aussagen über die ökologische Relevanz der Geschäftstätigkeit zu treffen. Die sehr hohen, hohen und mittleren Auswirkungen und Abhängigkeiten der einzelnen Aktivitäten an den verschiedenen Standorten sind detailliert in der Tabelle „Anhang: Standorte in der Nähe von oder in biodiversitätssensiblen Gebieten“ aufgeführt. Geringe und sehr geringe Auswirkungen der Aktivitäten an den Standorten betreffen unter anderem den Flächenverbrauch, das Volumen des Wasserverbrauchs, Treibhausgasemissionen und Emissionen von sonstigen Luftschadstoffen sowie die Erzeugung und Freisetzung von festen Abfällen. Geringe und sehr geringe Abhängigkeiten der Aktivitäten an den Standorten beziehen sich unter anderem auf globale und lokale Klimaregulierung, die Minderung sensorischer Auswirkungen, Regulierung des Regelfallmusters, Luftfiltration, den Abbau fester Abfälle, die Verdünnung durch Atmosphäre und Ökosysteme und die Wasserbereitstellung.
Durch die Errichtung von Produktionsstandorten entsteht mit der einhergehenden Landnutzungsänderung und Versiegelung ein negativer Einfluss auf Biodiversität und Ökosysteme. Es wird daran gearbeitet, Landnutzungsänderungen (Flächenverbrauch für die Produktion) zu vermeiden beziehungsweise möglichst zu reduzieren. Ungenutzte Flächen sollen wiederhergestellt und genutzte Flächen ausgeglichen werden. Um die Auswirkungen durch den Flächenverbrauch der eigenen Produktionsstandorte und deren Beitrag zur Aufwertung von Flächen durch Biodiversitätsmaßnahmen messbar zu machen, wurde im Jahr 2024 der Biodiversity Land Use Indicator (BLI) an allen Standorten zur Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen sowie an zugehörigen komponentenfertigenden Standorten ausgerollt. Durch die Kennzahl sollen eine Bewertung des Flächenverbrauchs ermittelt und eine damit zusammenhängende Zielsetzung abgeleitet werden.
Um festzustellen, ob die Standorte des Volkswagen Konzerns in der Nähe von biodiversitätssensiblen Gebieten liegen, wurde eine umfassende Prüfung durchgeführt. Diese Prüfung umfasste die als umweltrelevant klassifizierten Liegenschaften des Volkswagen Konzerns. Dazu zählen die Produktionsstandorte, an denen Aktivitäten zur Fertigung von Fahrzeugen, Komponenten und Aggregaten oder Sondermaschinen stattfinden. Zusätzlich wurden vier weitere umweltrelevante Standorte, wie umweltrelevante Außenliegenschaften der Produktion, und ein technisches Entwicklungszentrum in die Analyse einbezogen.
Die aufgrund ihrer Nähe zu biodiversitätssensiblen Gebieten als wesentlich eingestuften Standorte sowie die dort ausgeführten wesentlichen Aktivitäten sind in der Tabelle „Anhang: Standorte in der Nähe von oder in biodiversitätssensiblen Gebieten“ aufgeführt. Die Auswertung zeigt, dass von den 127 analysierten Standorten 68 in der Nähe von biodiversitätssensiblen Gebieten liegen. Ausgehend von gegebenenfalls aufgetretenen relevanten Betriebsstörungen konnten keine direkten negativen Auswirkungen durch die Produktionsstandorte und die weiteren Standorte auf die umliegenden Schutzgebiete festgestellt werden. Die Auswirkungen, die durch die eigene Produktion auf die Änderungen von Frischwasserressourcen entstehen, und zugehörige Maßnahmen werden im Kapitel „Wasser“ detailliert beschrieben. Die wesentlichen Auswirkungen ausgehend von der Produktion auf die Degradation von Boden und die Desertifikation können aktuell noch nicht detailliert beurteilt werden.
Managementkonzept: biologische Vielfalt und Ökosysteme
Managementkonzept Biodiversität
Die Herstellung und die Nutzung der Fahrzeuge durch unsere Kundinnen und Kunden haben durch Emissionen, Flächenverbrauch und Transport einen Einfluss auf die Biodiversität – von der Rohstoffgewinnung über die Nutzungsphase bis zum Recycling. Der Volkswagen Konzern unterstützt weltweit Naturschutzprojekte, zum Beispiel das Aufforstungsprojekt Green Belt in China oder die Renaturierung von Mooren in Deutschland und Polen. Zusätzlich engagiert sich der Volkswagen Konzern seit 2007 für den Schutz und Erhalt der biologischen Vielfalt. Wie im Abschnitt „Wesentliche Auswirkungen und ihr Zusammenspiel mit der Strategie und dem Geschäftsmodell“ beschrieben, wurden im Rahmen der Wesentlichkeitsanalyse negative Auswirkungen, insbesondere entlang der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette, identifiziert. Diese werden im Rahmen des Managementkonzepts Biodiversität adressiert. Die Koordination des Themas Biodiversität im Rahmen der Konzernnachhaltigkeitsstrategie regenerate+ liegt beim Chief Sustainability Officer des Konzerns. Aktivitäten im Bereich Biodiversität in der Produktion verantwortet die Leitung Konzern Umwelt. Als Umweltmanagementbeauftragter nimmt er die Aufgaben des Biodiversitätsbeauftragten der Volkswagen AG wahr.
Da dem Volkswagen Konzern die Bedeutung der Biodiversität und seine Abhängigkeit von Ökosystemleistungen bewusst sind, wurde ihre Bewahrung als ein Handlungsfeld im Leitbild Umwelt goTOzero formuliert. Damit bekennt sich der Volkswagen Konzern zu Schutz, Erhalt und Förderung der Biodiversität mit dem Leitbild: Der Volkswagen Konzern reduziert schädliche Emissionen in Luft, Böden und Gewässern, verringert die Auswirkungen seiner Geschäftstätigkeiten auf Biodiversität und Ökosystemleistungen und fördert Projekte zu deren Bewahrung.
Der Volkswagen Konzern engagiert sich als Gründungsmitglied der Initiative Biodiversity in Good Company e.V. und erkennt die drei Ziele des internationalen Übereinkommens über die biologische Vielfalt (CBD – Convention on Biological Diversity) an. Diese umfassen die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die nachhaltige Nutzung ihrer Bestandteile und die gerechte Aufteilung der sich aus der Nutzung der genetischen Ressourcen ergebenden Vorteile. Im Biodiversity Commitment des Volkswagen Konzerns wurden entsprechende Handlungsfelder definiert, um im Rahmen des wirtschaftlichen Handelns einen Beitrag zum Erreichen dieser Ziele zu leisten. Alle zwei Jahre wird im Rahmen der Biodiversity in Good Company Initiative ein Fortschrittsbericht dazu veröffentlicht. Ferner unterstützt der Volkswagen Konzern die Initiative Action Agenda for Nature and People des CBD und hat seine Verpflichtung dazu auf der Plattform German Business for Biodiversity vom Bundesministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (BMUV) sowie auf der Seite der CBD veröffentlicht.
Im Code of Conduct für Geschäftspartner sind die Themen Biodiversität und Ökosysteme ebenfalls verankert. Auf den Schutz der natürlichen Ökosysteme und die nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen soll hingewirkt werden. Geschäftspartner müssen im Rahmen des jeweils anwendbaren Rechts und unter Berücksichtigung internationaler Vorschriften zur biologischen Vielfalt Lieferketten anstreben, die ohne Abholzung und Entwaldung auskommen. Zu diesen internationalen Vorschriften gehören beispielsweise die Resolutionen und Empfehlungen zu Biodiversität vom CBD und der Weltnaturschutzunion (International Union for Conservation of Nature – IUCN).
Hervorzuheben ist auch, dass der Volkswagen Konzern im Jahr 2024 als erster Automobilhersteller der Lowering Emissions by Accelerating Forest Finance (LEAF-Koalition) beigetreten ist. Die Initiative setzt sich gemeinsam mit Regierungen und Unternehmen weltweit für den Schutz tropischer Regenwälder ein und leistet somit einen wichtigen Beitrag, um die Pariser Klimaziele zu erreichen, Biodiversität zu schützen und eine nachhaltige Entwicklung zu realisieren.
Der Volkswagen Konzern ist darüber hinaus Mitglied in der DRIVE Sustainability-Partnerschaft, die zur Entwicklung einer Raw Material Outlook Platform beiträgt. Dazu wurde die Risikoanalyse Material Change zu Rohstoffen und deren Gewinnung und Produktion durchgeführt. Eines der sechzehn berücksichtigten Kriterien umfasste Überschneidungen mit Bereichen, die für den Erhalt der biologischen Vielfalt von Bedeutung sind. Auch die direkten Auswirkungen der Produktion auf Biodiversität und Ökosysteme spielen eine wichtige Rolle. Im Rahmen der strategischen Vision der Zero Impact Factory wird das Biodiversitätsmanagement an Produktionsstandorten konkretisiert. Dabei geht es beispielsweise um freiwillige Kompensationsmaßnahmen und die kontinuierliche Bewertung der Auswirkungen der Produktionsstandorte auf die Biodiversität. Im Jahr 2024 wurde mit dem BLI eine neue konzernweite Steuerungskennzahl etabliert, mit der der Beitrag zu Biodiversität durch Schaffung naturnaher Flächen in und an den Standorten ermittelt werden soll.
Um das eigene und das gesellschaftliche Wissen zu Biodiversität und ihr Management zu stärken, pflegt der Volkswagen Konzern den Diskurs mit kompetenten Partnern und fördert die Vernetzung von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Behörden und Verbänden. Für die Umsetzung von Biodiversitätsprojekten setzt der Volkswagen Konzern auf kompetente Partner wie Nichtregierungsorganisationen (NGOs) und andere lokale Akteure.
Auswirkungen des Biodiversitätsverlusts und Zustand der Arten sowie Abhängigkeiten von Ökosystemdienstleistungen
Die Vision des Volkswagen Konzerns ist es, eine positive Wirkung auf Mensch und Natur zu haben und einen nachhaltigen Beitrag zu leisten. Eine zentrale Säule der Konzernnachhaltigkeitsstrategie regenerate+ ist der Fokus auf Ökosysteme und damit auf die Förderung der Artenvielfalt. Die Herstellung und die Nutzung der Fahrzeuge durch unsere Kundinnen und Kunden haben durch Emissionen, Flächenverbrauch und Transport einen Einfluss auf die Biodiversität. Diesem Einfluss soll durch Maßnahmen wie der Reduzierung von Landnutzung entgegengewirkt werden. Zusätzlich setzen wir weitere ökologische Aufwertungsmaßnahmen um, die den Schutz und, wo möglich, die Förderung der biologischen Vielfalt unterstützen. Der Volkswagen Konzern hat sich zum Ziel gesetzt, die Biodiversität auch an den Produktionsstandorten und innerhalb der Lieferkette zu erhöhen. Gemäß dem Biodiversity Commitment verfolgt der Volkswagen Konzern diese Ziele wie folgt: Es werden Risiken und Chancen in Bezug auf die Geschäftstätigkeiten untersucht, die Auswirkungen auf die Biodiversität und Ökosystemleistungen haben. Biodiversität ist außerdem in das UCMS des Volkswagen Konzerns integriert. Zudem werden Projekte zum Schutz und zur Förderung der biologischen Vielfalt umgesetzt.
Nachhaltige Rohstoffbeschaffung in der Wertschöpfungskette
Der Volkswagen Konzern ist sich bewusst, dass die Geschäftstätigkeit seiner Lieferanten Auswirkungen auf Mensch und Umwelt haben kann. Die Gewinnung und Verarbeitung eines Teils der Rohstoffe für die Automobilindustrie ist mit Umweltrisiken wie Entwaldung sowie Luft- und Wasserverschmutzung verbunden. 2021 veröffentlichte der Volkswagen Konzern erstmals seinen Responsible Raw Materials Report. Darin werden die Methodik und die Aktivitäten im Rahmen des Raw Materials Due Diligence Managementsystems für die Rohstoffbeschaffung detailliert dargestellt. Der aktuelle Bericht deckt den Zeitraum von Januar bis Dezember 2024 ab und gibt Einblick in den Umfang, die Vorgehensweise und die Umsetzung der Aktivitäten und Ergebnisse der Sorgfaltspflicht bei Rohstoffen, die der Volkswagen Konzern als prioritär einstuft. Damit verbunden sind auch Mitgliedschaften in Initiativen.
Soziale Konsequenzen von Biodiversitätsauswirkungen sowie nachhaltige Landnutzung
Der Code of Conduct für Geschäftspartner thematisiert die Beeinträchtigung von Land, Wasser und Luft. Die Geschäftspartner verpflichten sich, dass sie keine schädlichen Bodenveränderungen, Wasserverschmutzungen, Luftverunreinigungen, schädliche Lärmemissionen oder übermäßigen Wasserverbrauch verursachen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der natürlichen Grundlagen für Lebensmittel und Trinkwasser oder Gesundheit des Menschen führen können. Zudem sollen die Geschäftspartner das Verbot der widerrechtlichen Zwangsräumung und des widerrechtlichen Entzugs von Land, Wäldern und Gewässern bei dem Erwerb, der Bebauung oder anderweitiger Nutzung dieser Ressourcen beachten.
Biodiversitätssensible Gebiete
Um die Auswirkungen auf die Biodiversität an den Produktionsstandorten zu ermitteln und potenzielle Risiken auszuschließen, hat der Volkswagen Konzern eine Auswertung zu biodiversitätssensiblen Gebieten in der Umgebung der Konzernstandorte durchgeführt (siehe Abschnitt „Auswirkungen und Abhängigkeiten in oder angrenzend an biodiversitätssensible Gebiete“).
Bei der Standortsuche für neue Produktionsstandorte finden Prüfungen der Biodiversitätsverträglichkeit statt. Zum Schutz des Naturkapitals gilt die Vorgabe, bei der Erweiterung bestehender Fertigungsstätten oder beim Neubau bereits industriell genutzte Flächen bevorzugt zu berücksichtigen, um den Flächenverbrauch und die Versiegelung von Böden so gering wie möglich zu halten (für weiterführende Informationen siehe Abschnitt „Übergangsplan und Berücksichtigung von biologischer Vielfalt und Ökosystemen in Strategie und Geschäftsmodell“ sowie die Tabelle „Biodiversitätssensible Standorte“ im Anhang).
Entwaldung
Die Lieferanten müssen im Rahmen von jeweils anwendbarem Recht und internationalen Vorschriften zur biologischen Vielfalt Lieferketten anstreben, die ohne Abholzung und Entwaldung auskommen. Zu diesen internationalen Vorschriften gehören zum Beispiel die Resolutionen und Empfehlungen zur Biodiversität vom CBD und der IUCN. Darüber hinaus bereitet sich der Volkswagen Konzern aktuell auf die Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung vor.
Ziele: biologische Vielfalt und Ökosysteme
Wie unter „Managementkonzept: Biologische Vielfalt und Ökosysteme“ beschrieben, sind die Themen biologische Vielfalt und Ökosysteme in der Konzernnachhaltigkeitsstrategie regenerate+, im Biodiversity Commitment sowie im Leitbild Umwelt goTOzero verankert. Um die Entwicklungen und Fortschritte festzuhalten, engagiert sich der Volkswagen Konzern beispielweise als Gründungsmitglied in der Initiative Biodiversity in Good Company e.V.
Das Thema Biodiversität ist Teil der strategischen Vision der Zero Impact Factory. In deren Rahmen hat der Volkswagen Konzern mit der Site Checklist quantifizierbare Ziele formuliert, die in Bezug zum Thema Biodiversität und Ökosysteme stehen. Hinsichtlich des Biodiversitätsmanagements enthält die Site Checklist Kriterien wie die Berücksichtigung von nahegelegenen Schutzgebieten oder die Durchführung von Förderprogrammen für Biodiversitäts- und Umweltbildung. Die Site Checklist honoriert zudem die Umsetzung konkreter Maßnahmen wie beispielsweise die Werksbepflanzung mit regional beheimateten Pflanzen, die naturnahe Gestaltung von Grünflächen sowie die Förderung von Artenvielfalt durch Schaffung von Lebensräumen innerhalb oder außerhalb des Standorts.
Des Weiteren wurde 2024 mit dem BLI eine neue Kennzahl zur Messung der Biodiversität an den Standorten zur Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen eingeführt. Diese wurde 2025 erneut erhoben und soll zukünftig mit einer konkreten Zielsetzung hinterlegt werden. Durch diese Kennzahl sollen Anteil und Qualität naturnaher Flächen an den Standorten erhöht werden.
Maßnahmen und Ressourcen: biologische Vielfalt und Ökosysteme
Maßnahmen an den Produktionsstandorten
Biodiversitätsmaßnahmen werden durch die Standorte selbst identifiziert, geplant, durchgeführt, aufrechterhalten und bewertet. Durch die dezentrale Durchführung von diversen naturbasierten Maßnahmen wird das ortsbezogene Wissen genutzt, das an den Standorten vorhanden ist. Üblicherweise werden lokale Dienstleister mit der Umsetzung beauftragt.
Dem Volkswagen Konzern ist es zudem wichtig, Beschäftigte in die Biodiversitätsprojekte einzubinden und sie dadurch für das Thema zu sensibilisieren. Hervorzuheben ist dabei der im Jahr 2024 ausgeschriebene Zero Impact Factory Award zum Thema Biodiversität. Damit wurden drei herausragende und im Jahr 2024 umgesetzte Biodiversitätsmaßnahmen der Produktionsstandorte prämiert. Ausgezeichnet wurde unter anderem der Standort Palmela/Portugal. Dort wurde mit dem Programm RENASCER eine Umweltinitiative gestartet, die auf Wiederaufforstung, Abfallreduktion und Biodiversitätsschutz abzielt. Durch die Einbindung von Beschäftigten und lokalen Gemeinschaften wurden seit 2022 über 2.500 Bäume gepflanzt und 15,5 Tonnen Abfall entfernt – mit dem Ziel, bis 2030 insgesamt 20.000 Bäume zu pflanzen und jährlich rund 200 Personen zur Mitarbeit zu motivieren. Weiterhin wurde der Standort Kariega/Südafrika ausgezeichnet. Im Rahmen des „Show of Hands“-Programms engagierten sich Volkswagen Beschäftigte und ihre Familien in der Van Stadens Wildflower Reserve für den Schutz der Biodiversität. Innerhalb des Projekts wurden invasive Arten entfernt, Infrastruktur verbessert und Bildungs- sowie Besucherangebote ausgebaut – ein Beitrag zur langfristigen Erhaltung gefährdeter Ökosysteme und zur Stärkung der lokalen Gemeinschaft. Außerdem prämiert wurde der Standort Hannover/Deutschland: Auf der Deponie Ottensen wurden eine Kammmolchpopulation erfolgreich umgesiedelt und zwei Ersatzgewässer sowie geeigneter Bewuchs zur Biotopentwicklung angelegt. Die Maßnahme fördert die Artenvielfalt und schafft neue Lebensräume für bedrohte Tierarten auf dem ehemaligen Forstgelände.
Von den über 200 Corporate-Citizenship-Projekten, die im Geschäftsjahr 2025 durchgeführt wurden, dienen mehr als 21 Projekte der Förderung und dem Schutz der Biodiversität. Die Projekte umfassen Baumpflanzungen, den Erhalt und die Entwicklung von Ökosystemen, Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt, Müllsammelaktionen sowie Umweltbildung und -erziehung.
Im Berichtsjahr hat der Volkswagen Konzern zudem einen Sustainability Impact Fund operationalisiert, der weltweit interne Projekte an Standorten unterstützt, die ökologische, soziale und wirtschaftliche Nachhaltigkeit fördern. Der Sustainability Impact Fund ist somit ein konzernweites Instrument zur gezielten Förderung von Projekten mit Bezug zur regenerate+ und auch zur Unterstützung der Arbeiten an den jeweiligen Standorten im Bereich Biodiversität.
Im Jahr 2025 wurden über den Sustainability Impact Fund sechs Biodiversitätsprojekte unterstützt. Die geförderten Maßnahmen konzentrieren sich auf den Erhalt und die Entwicklung von Ökosystemen, unter anderem auch in der Lieferkette, die Renaturierung von Flächen an Standorten, Umweltbildung und -erziehung sowie gezielte Baumpflanzungen.
Beitrag zu globalen freiwilligen Biodiversitätsprojekten
Zur Förderung der biologischen Vielfalt über die eigene Wertschöpfungskette hinaus hat der Volkswagen Konzern im Jahr 2025 einen Biodiversitätsfonds für externe Natur- und Biodiversitätsprojekte initiiert. Der Fonds ist mit bis zu 25 Mio. € pro Jahr ausgestattet und auf eine geplante Laufzeit von fünf Jahren (2025 – 2029) ausgelegt. Ziel ist es, wirkungsvolle Maßnahmen zum Schutz und zur Förderung der Biodiversität außerhalb der Konzernstandorte und der Lieferkette zu ermöglichen. Die Auswahl und Prüfung der zu fördernden Projekte erfolgt durch einen interdisziplinär besetzten Entscheidungskreis aus internen und externen Expertinnen und Experten, um eine fachlich fundierte und wirkungsorientierte Mittelvergabe sicherzustellen.
Im Berichtsjahr 2025 lag der Schwerpunkt auf der konzeptionellen Ausgestaltung des Fonds, der Definition von Förderkriterien sowie der Einrichtung eines interdisziplinär besetzten Entscheidungsgremiums aus internen und externen Fachleuten. Auf Grundlage einer gemeinsamen Evaluation der Projekte im Expertenkreis sowie innerhalb der Geschäftsstelle wurde die finale Auswahl getroffen. Die ersten Projekte werden vertraglich gebunden, und die operative Förderung soll ab 2026 starten.
Bereits heute unterstützt der Volkswagen Konzern Biodiversitätsprojekte weltweit:
Volkswagen de México fördert seit 2008 Naturschutz- und Wiederaufforstungsprojekte, um Ökosysteme zu erhalten. Die Maßnahmen sollen Lebensraum für wild lebende Tiere schaffen und dienen der Entwicklung von Biodiversität. Durch Wiederbewaldungsmaßnahmen sollen der Abtrag von Boden durch Erosionsvorgänge verhindert und die Grundwasserspeicherung gefördert werden. Durch das Anlegen von Rigolen wird zudem die Versickerung von Niederschlagswasser unterstützt. Damit wird beispielsweise an den Vulkanhängen des Popocatépetl und des Iztaccíhuatl, wo durch jahrelange Abholzung, Viehzucht und Brände offene Flächen entstanden sind, der Boden wieder geschützt und die Grundwasserneubildung gefördert.
Mit Partnern wie der UNESCO und der Organisation Seabird Life werden Projekte zur nachhaltigen Mobilität, zur Beseitigung von Sturmschäden in UNESCO-Biosphärenreservaten in Spanien sowie weitere Projekte zum Schutz und zur Renaturierung von Mooren in Reservaten in Polen und Deutschland unterstützt.
Zum Schutz von Lebensräumen und zur nachhaltigen Entwicklung hat die Volkswagen Group China gemeinsam mit den Marken Volkswagen, Audi und Škoda das Aufforstungsprojekt Green Belt ins Leben gerufen. Bis 2030 sollen in zehn ökologisch sensiblen Regionen im Norden Chinas auf über 40 Mio. m2 mehr als 8,5 Mio. Bäume gepflanzt werden. Die Aufforstung dient als Kohlenstoffsenke, unterstützt die Biodiversität und trägt dazu bei, Winderosion und Bodenverluste zu verhindern.
Weiterhin hat Škoda über den Škoda Auto Endowment Fund das Projekt Gärten des Riesengebirges gestartet. Der Fonds erweitert das langfristige Programm des Unternehmens Škoda Trees und unterstützt Projekte zur Wasserrückhaltung, zur Unterstützung der lokalen Artenvielfalt und zur Steigerung des Bewusstseins für den Naturschutz. Im Jahr 2025 wurden verschiedene Maßnahmen zur Wiederansiedlung des Apollo-Schmetterlings (Parnassius apollo) umgesetzt. Er steht auf der Roten Liste der bedrohten Arten und ist in der Tschechischen Republik vom Aussterben bedroht.
Metriken: Biologische Vielfalt und Ökosysteme
Biodiversity Landuse Indicator
Als Hersteller von Fahrzeugen und Komponenten hat der Volkswagen Konzern Auswirkungen auf die Landnutzung. Durch die Errichtung von Werken werden üblicherweise erhebliche Flächen bebaut und dauerhaft versiegelt. Um den Beitrag der Produktion an der Beanspruchung von Land zu ermitteln und künftig zu reduzieren, wurde mit dem BLI im Jahr 2024 eine neue Kennzahl für Standorte zur Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen auf Konzernebene etabliert. Dabei wurden der EMAS-Leitfaden für Biodiversität und der No Net Loss/Net Gain Ansatz der IUCN zugrunde gelegt.
Der BLI gibt Auskunft über den Anteil naturnaher Flächen am Standort unter Berücksichtigung von deren Qualität. Naturnahe gestaltete Flächen können sich dabei entweder auf dem Gelände des Standorts selbst oder in einem Radius von 30 Kilometern um diesen herum befinden. Voraussetzung ist, dass die Flächen im Eigentum des Standorts sind oder von ihm bewirtschaftet werden und dass diese in erster Linie der Förderung der biologischen Vielfalt dienen. Es können auch gemeinsam mit Partnern bewirtschaftete Flächen berücksichtigt werden, sofern der Umfang der gemeinsamen Verwaltung klar geregelt ist. Die ökologische Qualität der Flächen wird jeweils in eine der Klassen gering, mittel oder hoch eingestuft. Die Flächen werden durch diesen Qualitätsfaktor gewichtet. Zur Ermittlung des Standortergebnisses werden ein Berechnungstool (BLI-Tool) und eine begleitende Guideline zur Verfügung gestellt. Die konzernweite Erhebung des BLI im Jahr 2025 führte, unter der Berücksichtigung der Flächenqualitäten, zu einem Ergebnis von circa 53,4 (28,6) %. Die Verbesserung gegenüber dem Vorjahr beruht hauptsächlich auf einer methodischen Anpassung: Durch eine Ausnahmeregelung nach Vorbild der deutschen Ökopunkteverordnung können nun auch ökologisch besonders wertvolle Flächen außerhalb des festgelegten 30-Kilometer-Radius berücksichtigt werden. Dadurch konnten zwei mexikanische Standorte langbestehende, zuvor ausgeschlossene Flächen einbeziehen.
Standorte in der Nähe von oder in biodiversitätssensiblen Gebieten
Die Kennzahl Standorte in der Nähe von oder in biodiversitätssensiblen Gebieten gibt Auskunft über die Anzahl und die Fläche der Standorte, die in oder in der Nähe von Schutzgebieten oder in wichtigen Gebieten der biologischen Vielfalt liegen. Für das Jahr 2025 verwendet der Volkswagen Konzern wie im Vorjahr einen Radius von 4,5 Kilometern.
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Einheit |
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2025 |
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2024 |
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Standorte in der Nähe von Schutzgebieten |
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Anzahl |
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68 |
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58 |
Fläche der Standorte in der Nähe von Schutzgebieten |
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ha |
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9.296 |
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8.653 |