Geschäftsbericht 2025

Wasser

Wasser ist eine wertvolle Ressource. Wir verbinden nachhaltiges Wassermanagement mit vielen Aspekten: Wir wollen unter anderem den Frischwasserverbrauch reduzieren, Wasser effizienter nutzen und Grundwasserschutz stärken.

Wesentliche Auswirkung und ihr Zusammenspiel mit Der Strategie und dem geschäftsmodell

AUSWIRKUNG IM BEREICH WASSER

Beschreibung Auswirkung/Risiko/ Chance Tatsächliche/ potentielle Auswirkung Wert­schöpfungs­kette Zeit­horizont

Wasser

Die Nutzung großer Mengen Wasser führt insbesondere in Regionen mit geringer Verfügbarkeit zu Wasserstress und kann zur Erschöpfung von Grundwasserreserven, zur Beeinträchtigung von Ökosystemen und zur Verstärkung sozialer Spannungen beitragen.

Chance

Positive Auswirkung

Tatsächliche Auswirkung

Vorgelagerte Wertschöpfungskette

Kurzfristiger Zeithorizont
(< 1 Jahr)

Risiko

Negative Auswirkung

Potentielle Auswirkung

Eigener Geschäftsbereich

Mittelfristiger Zeithorizont
(1–5 Jahre)

Nachgelagerte Wertschöpfungskette

Langfristiger Zeithorizont
(> 5 Jahre)

Zusammenspiel mit Strategie und Geschäftsmodell

Die im Rahmen der doppelten Wesentlichkeitsanalyse identifizierte Auswirkung durch Wassernutzung wird im Geschäftsmodell, der Strategie und der Wertschöpfungskette des Konzerns berücksichtigt. Übergeordnet ist die schonende Nutzung von Ressourcen, darunter auch Wasser, in der Konzernnachhaltigkeitsstrategie regenerate+ verankert. Daraus abgeleitet findet sich die Steigerung der Ressourceneffizienz auch als eines der Handlungsfelder im Leitbild Umwelt goTOzero wieder. Dabei wird konsequent auf die Förderung von Wiederverwendungs- und Recyclingansätzen in der gesamten Wertschöpfungskette gesetzt.

Für die eigenen Produktionsstandorte des Volkswagen Konzerns sind die Kreislaufführung von Brauchwasser und die damit verbundene Reduktion der Frischwassernutzung in der strategischen Vision der Zero Impact Factory verankert. Durch die Selbstverpflichtung zur Erreichung konkreter Ziele (siehe Abschnitt „Ziele: Wasser“) wird zu einer Mitigation der identifizierten Auswirkungen durch Wassernutzung beigetragen.

Der Code of Conduct für Geschäftspartner fordert die Geschäftspartner dazu auf, geeignete Maßnahmen in Bezug auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu ergreifen. Indem die Geschäftspartner entsprechende Nachhaltigkeitsanforderungen zur Kenntnis nehmen und an ihre direkten Geschäftspartner weitergeben, soll die kontinuierliche Anwendung der Vorgaben auch in die tiefergelagerte Lieferkette ermöglicht werden.

Managementkonzept: Wasser

Managementkonzept nachhaltiges Wassermanagement

Das Wassermanagement des Volkswagen Konzerns ist in einem zugehörigen Managementkonzept verankert. Ein Schwerpunkt hierbei ist die Schonung der Ressource Wasser. Entsprechend der Konzernnachhaltigkeitsstrategie regenerate+ arbeitet der Volkswagen Konzern daran, den Bedarf an primären Rohstoffen, inklusive Wasser, fortlaufend zu reduzieren.

Auch im Leitbild Umwelt goTOzero ist die Ressourcenschonung thematisch verankert. Im Hinblick auf Wasser soll dies durch eine gesteigerte Nutzungseffizienz sowie die Förderung von Wiederverwendungsansätzen erreicht werden. Ein weiteres Handlungsfeld des Leitbilds stellen der Schutz von Ökosystemen und eine damit einhergehende Reduzierung schädlicher Emissionen in Gewässer dar (siehe Kapitel „Umweltverschmutzung“).

Im Rahmen der konzernweiten strategischen Vision Zero Impact Factory steht das Thema Wasser ebenfalls im Fokus. Die Produktionsstandorte sollen so gestaltet werden, dass die lokale Ressource Wasser durch die Nutzung möglichst wenig negativ beeinflusst wird. Konkret umfasst dies zum Beispiel die Reduzierung der Wasserentnahme, die Steigerung der Wasserwiederverwendung, den verantwortungsvollen Einsatz von Wasser, insbesondere in Gebieten mit Wasserstress, die Minimierung des Eintrags wassergefährdender Stoffe sowie die Umsetzung des Verschlechterungsverbotes der ökologischen und chemischen Wasserqualität des aufnehmenden Gewässers.

Gemäß dem Code of Conduct für Geschäftspartner werden Lieferanten dazu aufgefordert, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um den Wasserverbrauch an ihren Standorten zu minimieren. Die Maßnahmen sollen darauf hinwirken, dass sie keine Wasserverschmutzungen verursachen, die zu einer erheblichen Beeinträchtigung der natürlichen Grundlage für Trinkwasser führen könnten.

In der nachgelagerten Lieferkette ist es dem Volkswagen Konzern nicht möglich, die relevanten Wasserverbräuche mittels eigener Hebel zu regulieren.

Wassermanagement im Unternehmen

Wasser wird innerhalb der Produktionsstandorte für zahlreiche Zwecke benötigt, beispielsweise in der Lackiererei, zu Kühlzwecken oder im Sanitärbereich. An vielen Stellen ist der Einsatz von Frischwasser erforderlich, das im Volkswagen Konzern (ohne TRATON GROUP) zu etwa drei Vierteln von externen Lieferanten wie kommunalen Wasserverbänden bezogen wird. Etwa ein Viertel der Wasserentnahme wird durch die Nutzung eigener Brunnen, Niederschlagswasser oder die Entnahme aus Oberflächengewässern gedeckt. Die Produktionsstandorte sind Teil der lokalen Wasserkreisläufe und beeinflussen durch Wasserentnahme, Aufbereitung sowie Einleitung von Abwasser die zur Verfügung stehenden Wasserressourcen.

Vor diesem Hintergrund gewinnt die interne Wasseraufbereitung zunehmend an Bedeutung. Immer mehr Standorte bereiten ihr Abwasser auf, um es in Produktionsprozessen, in Kühltürmen, im Sanitärbereich oder zu Bewässerungszwecken wiederzuverwenden, wodurch sie ihre Wasserentnahme reduzieren. Ein geschlossener Kreislauf und das Recycling von Kühl- oder Prozesswasser senken den Frischwasserverbrauch und das Abwasseraufkommen und tragen so zu einem verantwortungsbewussten Umgang mit der Ressource Wasser bei. Dabei strebt der Volkswagen Konzern die höchstmögliche technische Aufbereitungsstufe an und leitet keine unbehandelten Abwässer in Vorfluter ein. Beinahe alle Standorte verfügen über Vorreinigungsanlagen, die schädliche Substanzen aus dem Abwasser entfernen (für weiterführende Informationen siehe Abschnitt „Maßnahmen und Ressourcen: Umweltverschmutzung“ des Kapitels „Umweltverschmutzung“). Sofern Abwasser nicht am Standort aufbereitet wird, erfolgt die Aufbereitung in einer externen Kläranlage beziehungsweise im Einzelfall die Entsorgung als Abfall.

Wasserentnahme in Wasserrisikogebieten

Ein Teil der Wasserentnahme des Volkswagen Konzerns erfolgt an Standorten, die sich in Gebieten mit Wasserstress befinden. In diesen Gebieten ist ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser besonders essenziell, um eine weitere Verknappung zu vermeiden. Daher legt der Volkswagen Konzern einen besonderen Fokus auf die Reduzierung der Wasserentnahme und die Effizienz der Wassernutzung in Gebieten mit Wasserstress (siehe Überschrift „Konzernweite Reduktion der Wasserentnahme“).

Im Vergleich zwischen eigener Geschäftstätigkeit und Lieferkette fällt der überwiegende Teil der Wasserentnahme innerhalb der Lieferkette an, insbesondere durch die Gewinnung und Verarbeitung von Rohstoffen. Der Code of Conduct für Geschäftspartner verpflichtet die Lieferanten, geeignete Maßnahmen in Bezug auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Wasser zu ergreifen, insbesondere in wasserarmen Regionen.

Die Geschäftspartner verpflichten sich, die Nachhaltigkeitsanforderungen an ihre relevanten direkten Lieferanten weiterzugeben und deren Umsetzung im Rahmen des Möglichen und Zumutbaren zu fördern, um die Anwendung der Vorgaben entlang der Lieferkette zu unterstützen.

Ziele: Wasser

Übergeordnete Ziele

Übergeordnete Ziele in Bezug auf Wasser lassen sich aus den vorstehenden Zielen ableiten (siehe Abschnitt „Übergreifende Ziele und Metriken“ des Kapitels „Einführung in das Umweltmanagement“): Unser ursprüngliches Ziel, die produktionsbedingten Umweltauswirkungen an allen Standorten zur Fertigung von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im Vergleich zu 2010 um 45 % zu reduzieren, haben wir mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr erheblich übertroffen. Dabei umfasst die Kennzahl Umweltentlastung Produktion (UEP) auch die Wasserentnahme pro Fahrzeug. Im Rahmen der Impact-Points-Methode wird die Auswirkung der Wasserentnahme zukünftig unter Berücksichtigung der lokalen Standortbedingungen bewertet. Der Volkswagen Konzern behandelt das Thema Wasser außerdem im Rahmen der Site Checklist, die im Handlungsfeld Wasser konkrete Vorgaben zur Verbesserung des Wassermanagements an den Produktionsstandorten macht.

Konzernweite Reduktion der Wasserentnahme

Der Volkswagen Konzern hat konkrete Ziele zur Wasserentnahme an seinen Produktionsstandorten festgelegt. Diese wurden vor dem Hintergrund des steigenden Wasserstresses in den Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)-Klimaszenarien mit den Marken unter Berücksichtigung der Marktsituation getroffen. Sie sollen unter anderem dazu beitragen, das Risiko von künftigen Versorgungsengpässen zu reduzieren. An den Produktionsstandorten des Volkswagen Konzerns (mit Ausnahme von TRATON GROUP und Everllence) soll die Wasserentnahme im konzernweiten Durchschnitt bis 2035 um 30 % gegenüber 2018 reduziert werden (Basiswert: 45,6 Mio. m3). An relevanten Produktionsstandorten in Gebieten mit mittlerem bis extremem Wasserstress, sogenannten Hot-Spot-Standorten, soll die Wasserentnahme sogar um 40 % reduziert werden (Basiswert: 28,1 Mio. m3). Zur Identifizierung von Standorten mit Wasserstress beziehungsweise zur Identifizierung der Hot-Spot-Standorte wird die Datenbank Verisk Maplecroft verwendet (siehe Abschnitt „Metriken: Wasser“). Die Erhebung der Daten zur Wasserentnahme an den Produktionsstandorten findet dabei nach Maßgabe der internen Norm 98000 statt und berücksichtigt die Vorgaben der ESRS. Mit den freiwilligen Zielen leistet der Volkswagen Konzern somit unter anderem einen Beitrag zu den Sustainable Development Goals SDG 6.4 (sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen), SDG 12.2 (verantwortungsvoller Konsum und Produktion) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz).

Im Berichtsjahr 2025 betrug die Wasserentnahme konzernweit (ohne TRATON GROUP und Everllence) 29,7 (32,5) Mio. m3. Dies entspricht einer Reduktion um 15,9 (13,1) Mio. m3 gegenüber dem Basisjahr 2018. Somit wurde das für 2035 gesetzte Ziel bereits um 15,2 % übertroffen. Neben Stückzahleffekten leistet unter anderem die VW Kraftwerk GmbH, die am Standort Wolfsburg ihre Energieversorgung von Kohle auf Gas umgestellt hat, einen wesentlichen Anteil an der Zielerreichung. Einhergehend mit der Umstellung der Energieversorgung sind auch die Abwärmemenge und somit der Bedarf an Kühlwasser gesunken, sodass sich die Wasserentnahme der VW Kraftwerk GmbH seit 2018 um knapp 2 (2) Mio. m3 verringert hat.

Für die Hot-Spot-Standorte betrug die Wasserentnahme im Berichtsjahr 2025 15,4 (17,8) Mio. m3. Dies entspricht einer Reduktion um 12,7 (10,3) Mio. m3 gegenüber dem Basisjahr 2018. Somit wurde das für 2035 gesetzte Ziel bereits um 13,2 % übertroffen.

Maßnahmen und Ressourcen: Wasser

Maßnahmen in der Wertschöpfungskette

Wie im Abschnitt „Managementkonzept: Wasser“ beschrieben, sind die Geschäftspartner durch den Code of Conduct für Geschäftspartner angehalten, geeignete Maßnahmen zur fortlaufenden Minimierung der Wasserentnahme zu ergreifen. Besonderer Fokus liegt dabei auf Verbesserungen in Regionen mit Wasserknappheit beziehungsweise Wasserstress. Geeignete Maßnahmen können insbesondere solche sein, die die Wasserentnahme effektiv reduzieren, Wasser wiederverwenden und recyceln sowie Abwasser verantwortungsvoll und effektiv aufbereiten, um die Umwelt zu schützen und die Wasserqualität insgesamt zu verbessern. Die Lieferanten sollen sich dafür einsetzen, dass Menschen, die von ihren Geschäftstätigkeiten betroffen sind, über sicheren Zugang zu erschwinglichem Wasser in ausreichender Menge für den persönlichen Gebrauch verfügen. Lieferanten des Volkswagen Konzerns sind zudem verpflichtet, auf Anfrage Informationen über den gesamten Frischwasserverbrauch auf Produktebene zur Verfügung zu stellen.

Als exemplarische Maßnahme sei folgendes Beispiel genannt:

Volkswagen ist seit 2021 Mitglied der „Responsible Lithium Partnership“ in Chile, einer Initiative, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) koordiniert und unter anderem von Unternehmen aus der Automobilindustrie finanziert wird. Ziel der Initiative ist es, durch den Dialog zwischen den Interessengruppen aus unterschiedlichen Bereichen eine verantwortungsvollere Ressourcennutzung und eine nachhaltigere Lithiumproduktion in der chilenischen Region Salar de Atacama zu erreichen. Die Region ist eine der wichtigsten Abbaugebiete für den Rohstoff Lithium und eine der trockensten Regionen der Erde. Eine Arbeitsgruppe der „Responsible Lithium Partnership“ beschäftigt sich insbesondere mit dem Schwerpunkt Wasser und den Auswirkungen der Sole- und Wassernutzung.

Im Berichtsjahr wurde das Projekt in eine unabhängige und lokal gesteuerte Struktur überführt. Nach der letzten durch die GIZ organisierten Diskussionsrunde in Chile im Januar 2025 fand eine Abschlussveranstaltung des Projekts in Berlin statt. In mehreren Diskussionsrunden beleuchteten die Mitglieder des Panels aus Chile und Deutschland, aus den betroffenen Gemeinschaften und von Automobilunternehmen, aus der Wissenschaft und von NGOs die Herausforderungen im Lithium-Kontext sowie Ansätze zur Stärkung unternehmerischer Sorgfaltspflichten. Im Rahmen der Veranstaltung wurde die Bedeutung des Projekts für die Umsetzung von Sorgfaltspflichten in der Lithium-Lieferkette hervorgehoben. Durch die Weiterführung als lokales Projekt ist auch die weitere Umsetzung der bisher initiierten Maßnahmen aus dem Aktionsplan zur Reduktion des Wasserverbrauchs gesichert, darunter geologische und hydrologische Kartierungen, Kampagnen zu Wasserknappheit und das Recycling von Grauwasser.

Als Gründungsmitglied eines lokalen Partnerschaftsprojekts in Indonesien engagiert sich der Volkswagen Konzern für die Verbesserung von Umwelt- und Sozialstandards im Nickelsektor. Das Projekt zielt unter anderem auf den Schutz der Biodiversität sowie die Verbesserung der Wasserqualität in Bergbauregionen in Halmahera ab. In Zusammenarbeit mit lokalen Stakeholdern, Nichtregierungsorganisationen und Unternehmen sollen konkrete Maßnahmen entwickelt und umgesetzt werden, um ESG-Risiken zu adressieren.

Im Rahmen einer vorbereitenden Studie wurden wasserbezogene negative Auswirkungen als wesentlich identifiziert. Die Analyse umfasste sowohl die Verfügbarkeit als auch die Qualität von Wasser in den betroffenen Regionen. Die daraus abgeleiteten Maßnahmen beinhalten unter anderem Monitoring-Systeme zur Wasserqualität.

Maßnahmen an den Produktionsstandorten

An allen Produktionsstandorten des Volkswagen Konzerns werden kontinuierlich wassersparende Prozesse angestrebt. Insbesondere in Wasserrisikogebieten ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der Ressource Wasser von Relevanz. Etwa 43,5 (42,3) % (rund 13,0 (14,5) Mio. m3) der konzernweiten Wasserentnahme (ohne TRATON GROUP) sind Standorten zuzuordnen, die in Gebieten mit hohem bis extremem Wasserstress liegen. Durch eine Kreislaufführung beziehungsweise die Rückführung von Kühl- und Prozesswasser können die Wasserentnahme sowie die Abwassermenge jedoch gesenkt werden. Beispielhaft steht dafür der Standort San José Chiapa/Mexiko, der aufgrund von Kreislaufführung als abwasserfreier Standort anzusehen ist. Am stark von Wasserstress betroffenen Standort Kariega in Südafrika wurden in den vergangenen Jahren diverse Maßnahmen umgesetzt, um die Wasserentnahme zu reduzieren. Unter anderem werden die Kühltürme der Motorenfertigung mit Regenwasser gespeist und seit 2023 ist eine Recyclinganlage für Produktionsabwasser in Betrieb, die bei voller Kapazität bis zu 47.000 m3 Frischwasser jährlich einsparen kann. Auch an weiteren Standorten wird aufbereitetes Abwasser genutzt, zum Beispiel in Produktionsprozessen, in Kühltürmen, zur Toilettenspülung oder zu Bewässerungszwecken. Im Jahr 2025 wurden an den Produktionsstandorten des Konzerns insgesamt circa 4,0 (3,9) Mio. m3 Wasser wiederverwendet. Wesentliche Beiträge wurden dabei vom deutschen Standort Ingolstadt/Deutschland (0,7 Mio. m3) und vom Standort Puebla/Mexiko (0,7 Mio. m3) geleistet. Beide Standorte setzen beim Recycling ihres Abwassers insbesondere auf eine Kombination aus Ultrafiltration und Umkehrosmose. Der Standort Qingdao in China, welcher sich ebenfalls in einer stark von Wasserstress betroffenen Region befindet, konnte die Menge an wiederverwendetem Wasser in 2025 durch die Ergänzung eines 1.000 m3 fassenden Speichertanks auf 0,3 Mio. m3 steigern.

Metriken: Wasser

Messmethoden

In der internen Konzernnorm 98000 wird festgelegt, wie wasserbezogene Kennzahlen an allen Standorten weltweit einheitlich erhoben werden sollen. Sofern dabei Durchflussmengen gemessen werden, geschieht dies üblicherweise kontinuierlich mit analogen oder digitalen Durchflussmesseinrichtungen.

Hot-Spot-Standorte

Für sogenannte Hot-Spot-Standorte in Bezug auf Wasser hat der Volkswagen Konzern besonders ambitionierte Ziele festgelegt (siehe Abschnitt „Ziele: Wasser“). Insgesamt 25 Produktionsstandorte werden derzeit als Hot-Spot-Standorte betrachtet. Zu deren Festlegung wurden alle Produktionsstandorte herangezogen, die sich im Basisjahr 2018 gemäß Verisk Maplecroft in den Kategorien mittlerer, hoher oder extrem hoher Wasserstress befanden. Außerdem erfolgte eine Priorisierung entsprechend der Wasserentnahmemengen im Basisjahr. Berücksichtigt wurden dabei jene Standorte, die sich im konzerninternen Vergleich im oberen Median befanden. Standorte von TRATON GROUP und Everllence wurden dabei ausgenommen, da diese nicht Bestandteil der Zielsetzung sind.

Standorte in Wasserrisikogebieten

Für die Definition von Wasserrisikogebieten wird im Volkswagen Konzern der Index Wasserstress aus der Datenbank Verisk Maplecroft herangezogen. Berücksichtigt werden dabei Standorte mit hohem und extrem hohem Wasserstress.

Maplecroft weist Gebiete als von hohem Wasserstress betroffen aus, wenn das Verhältnis von Wasserentnahme zu Wasserverfügbarkeit 40 % übersteigt und folgt damit der wissenschaftlich weit verbreiteten Standard-Definition. Dieser Prozentsatz entspricht in der nicht-linearen Skalierung von Maplecroft einem Wert von 5. Extremer Wasserstress (80 % oder mehr) wird in der Skala ab einem Wert von 2,5 oder geringer ausgewiesen. Damit kommt dieselbe Bandbreite bei der Ermittlung von Wasserrisikogebieten zum Tragen, wie es bei der Nutzung der Datenbank Aqueduct des World Resources Institute der Fall wäre (vergleiche ESRS Annex II, heranzuziehen sind Gebiete mit Wasserrisiken von 40 % −100 %), wobei Aqueduct neben dem Wasserstress auch weitere physische und regulatorische Risiken (zum Beispiel Wasserqualität) sowie Reputationsrisiken umfasst. Diese werden aktuell bei der Auswertung mithilfe von Verisk Maplecroft nicht berücksichtigt. Nichtsdestotrotz werden auch weitere Wasseraspekte beim Volkswagen Konzern adressiert, zum Beispiel eine implizite Verbesserung der Frischwasserqualität durch die Reduktion des Eintrags von Schadstoffen in Gewässer (siehe Impact-Points-Ziele im Abschnitt „Übergreifende Ziele und Metriken“ im Kapitel „Einführung in das Umweltmanagement“).

Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch ergibt sich grundsätzlich als Differenz aus Wasserentnahme und Abwassermenge. Der Wasserverbrauch beschreibt folglich das Wasser, welches nicht mehr für die weitere Nutzung, die Ökosysteme oder die lokalen Gemeinschaften zur Verfügung steht. Für den Volkswagen Konzern ergibt sich der Wasserverbrauch hauptsächlich aus Verdunstungsverlusten, die im Rahmen der Produktionsprozesse auftreten. Im Folgenden werden die Messgrößen Wasserentnahme und Abwassermenge beschrieben, aus denen sich der Wasserverbrauch ermitteln lässt.

Wasserentnahme

Die Wasserentnahme dient der Wasserversorgung der Produktionsstandorte des Volkswagen Konzerns. Darunter fallen Wassermengen, die entweder aus Fremdbezug oder aus Eigengewinnung stammen.

Wasser aus Fremdbezug ist die Wassermenge, die von öffentlichen oder privaten Wasserversorgern und anderen Nicht-Organisationen des Volkswagen Konzerns bezogen wird. Dabei kann es sich um qualitativ hochwertiges Trinkwasser handeln, aber auch um Wasser minderer Qualität, das als Brauchwasser eingesetzt wird. Bei Abwasser aus Fremdbezug handelt es sich um Wasser, welches von einem externen Wasserversorger zur Verwendung im Standort eingespeist wird und das bereits einer vorherigen Nutzung unterlag. Für Wasser aus Fremdbezug werden Berichte zur Wasserqualität gemäß lokalen oder nationalen Vorschriften erstellt. Die Mengenerfassung des Wassers aus Fremdbezug an den Standorten erfolgt in der Regel anhand von Abrechnungen.

Wasser aus Eigengewinnung ist die Menge an Wasser, die aus eigener Wasserförderung und -sammlung stammt. Dies umfasst genutztes Niederschlagswasser, Oberflächenwasser und Grundwasser:

  • Niederschlagswasser ist Wasser, welches beispielsweise in Form von Regen, Schnee oder Hagel auf das Standortgelände fällt und dort zur Wasserversorgung eingesetzt wird. Die jährliche Niederschlagsmenge wird in der Regel über offizielle Stellen, wie zum Beispiel KOSTRA-DWD, oder über eigene Wetterstationen erhoben.
  • Oberflächenwasser bezeichnet das Wasser, welches aus offenen Gewässern (Seen, Flüsse, Meere) entnommen und dem Standort zur Nutzung zugeführt wird. Die Nutzung zur Durchlaufkühlung mit direkter anschließender Wiedereinleitung wird nicht als Wasserentnahme betrachtet.
  • Grundwasser bezeichnet das Wasser, welches aus unterirdischen Grundwasserleitern (Aquiferen) entnommen und dem Standort zur Nutzung zugeführt wird. Grundwasser, welches ausschließlich zum Zweck der Grundwasserbehandlung beziehungsweise -sanierung entnommen wird, wird nicht als Wasserentnahme betrachtet.

Der Umfang und die Häufigkeit der Analytik des Wassers aus Eigengewinnung richten sich nach Entnahmegenehmigungen oder nationalen Vorschriften, wie zum Beispiel der Trinkwasserverordnung. Eine Analytik erfolgt jedoch mindestens jährlich.

Die entnommenen Wassermengen werden an den Standorten des Volkswagen Konzerns (ohne TRATON GROUP) zu circa 83 % direkt gemessen und zu etwa 16 % berechnet. Circa 1 % werden durch Schätzungen ermittelt. Diese Informationen zu den Verfahren der Datenerhebung basieren auf Angaben der Standorte und unterliegen keiner externen Validierung.

Abwassermenge

Die Abwassermenge ist diejenige Wassermenge, die nach Nutzung oder Behandlung den Standort verlässt. Dabei wird zwischen Direkt- und Indirekteinleitung unterschieden. Unter der Direkteinleitung versteht man eine Ableitung der gereinigten Abwässer direkt in ein aufnehmendes Gewässer (Vorfluter), während man unter der Indirekteinleitung die Ableitung der Abwassermenge in eine Kanalisation oder Kläranlage beziehungsweise den Abtransport per Tankwagen zu einer Behandlungsanlage Dritter versteht.

Die Abwassermenge des Volkswagen Konzern (ohne TRATON GROUP) wird zu circa 46 % durch Messung, zu etwa 29 % durch Berechnung und zu circa 24 % durch Schätzungen ermittelt. Diese Informationen zu den Verfahren der Datenerhebung basieren auf Angaben der Standorte und unterliegen keiner externen Validierung.

Wasserintensität

Die Wasserintensität ergibt sich aus dem Gesamtwasserverbrauch und den Umsatzerlösen, wobei letztere dem Konzernabschluss entnommen werden. Die Kennzahl Wasserintensität wird ohne Gesellschaften mit operativer Kontrolle berichtet.

Wasserwiederverwendung

Unter der Kennzahl Wasserwiederverwendung wird Wasser aus Reuse und Recycling erfasst. Reuse bezeichnet eine weitere Wassernutzung ohne Aufbereitung, während unter Recycling eine weitere Nutzung mit vorheriger Aufbereitung am Standort verstanden wird. Durch Wasserwiederverwendung kann die Menge des benötigten Frischwassers reduziert werden, was insbesondere in Gebieten mit hohem Wasserstress oder Wasserknappheit von großer Relevanz ist. Unter Wasserwiederverwendung fallen ebenfalls das genutzte Niederschlagswasser sowie Abwasser, welches durch andere Organisationen produziert wurde und zur Nutzung in den Standort gelangt (siehe Überschrift „Wasserentnahme“). Unter Wasserwiederverwendung sind ausschließlich Maßnahmen zu berücksichtigen, die anlagen- beziehungsweise prozessübergreifend gestaltet sind. Wasser, das (mit oder ohne vorherige Aufbereitung) in demselben Prozess oder in derselben Anlage wiedereingesetzt wird und nur zu einer Standzeitverlängerung führt, wird nicht angerechnet. Beispiele hierfür sind Kreislaufführungen in Waschanlagen oder Umlaufwasser im Auswaschungsprozess der Lackiererei.

Circa 65 % der wiederverwendeten Wassermenge des Volkswagen Konzerns (ohne TRATON GROUP) werden direkt messtechnisch erfasst, etwa 29 % werden berechnet und circa 6 % werden durch Schätzungen ermittelt (zum Beispiel Recyclingwasser für den Einsatz in Sanitäranlagen). Diese Informationen zu den Verfahren der Datenerhebung basieren auf Angaben der Standorte und unterliegen keiner externen Validierung.

KENNZAHLEN
WASSER

 

 

 

 

2025

 

2024

 

 

Einheit

 

Volkswagen 
Konzern

 

Gesellschaften mit operativer Kontrolle

 

Volkswagen 
Konzern

 

Gesellschaften mit operativer Kontrolle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wasserverbrauch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wasserverbrauch gesamt1

 

Mio. m3

 

7,5

 

4,9

 

7,7

 

5,0

In Wasserrisikogebieten

 

Mio. m3

 

2,8

 

3,0

 

2,6

 

3,1

Wasserintensität1

 

l/€

 

0,02

 

 

0,02

 

Wasserentnahme

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wasserentnahme gesamt2

 

Mio. m3

 

19,9

 

11,6

 

21,2

 

13,2

In Wasserrisikogebieten2, 3

 

Mio. m3

 

4,5

 

8,5

 

4,4

 

10,2

Abwassereinleitung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abwassereinleitung gesamt2

 

Mio. m3

 

12,1

 

6,7

 

13,9

 

8,2

In Wasserrisikogebieten2, 3

 

Mio. m3

 

1,9

 

5,5

 

2,0

 

7,1

Wiederverwendetes Wasser

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wiederverwendetes Wasser gesamt

 

Mio. m3

 

2,8

 

1,2

 

2,7

 

1,1

1

Die Angaben für 2024 waren fehlerhaft und wurden korrigiert.

2

Die Angaben zu Wasserentnahme und Abwassereinleitung erfolgen freiwillig und unterliegen keiner externen Prüfung.

3

Die Standorte der TRATON GROUP sind in dieser Kennzahl nicht enthalten.