Technik
Der Geschäftsbereich „Technik“ des Vorstands gliedert sich in vier Säulen, die sogenannten Tech Stacks. Sie umfassen alle Aktivitäten im Bereich der Batterie, die ebenfalls im Konzern-TOP-10-Programm im Handlungsfeld „Batterie“ verankert sind, alle konzernweiten Themen rund um den Bereich Laden und Energie, die Aktivitäten der Volkswagen Group Components sowie die Vermarktung der Volkswagen Plattformen und Komponenten an Dritte (Platform Business).
Die markenübergreifende Steuerung aller Technikaktivitäten und die konzernweit abgestimmte Wertschöpfungsstrategie zielen auf die Verbesserung der Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns ab. Sowohl bei traditionellen Technologien als auch bei Zukunftsthemen sollen Synergien realisiert werden, um den Übergang zur Elektromobilität voranzutreiben.
Batterie
Mit unseren Batterieaktivitäten verfolgen wir das Ziel, die Komplexität und Kosten dieser Schlüsseltechnologie signifikant zu senken, um das Elektrofahrzeug für möglichst viele Menschen attraktiv und bezahlbar zu machen. Das Geschäftsfeld Battery teilt sich mit dem Center of Excellence Battery und der PowerCo in zwei Bereiche. Das Center of Excellence Battery verantwortet als Geschäftsfeld im Konzern alle relevanten Aktivitäten rund um Batteriesysteme und Batteriezellen. Dazu gehören das Produktmanagement, die Entwicklung, Qualitätssicherung und Beschaffung bis hin zum Recycling am Ende des Lebenszyklus. Der Bereich verantwortet dazu das konzernweite Batterieportfolio, wie beispielsweise PHEV-Batterien für den Modularen Querbaukasten (MQB) sowie BEV-Batterien für die MEB-Plattform. Nach erfolgreichem Produktionsanlauf der neuen, vollelektrischen MEB+ Plattform Anfang 2026 für die Electric Urban Car Family der Markengruppe Core liegt der Fokus nun auf einem Update des bisherigen MEB-Produktportfolios (ID.3, ID.4, Škoda Enyaq, Cupra Born, Audi Q4 e-tron, etc.). Es ist geplant die aktuelle MEB-Plattform mit Batterien auf Basis der heutigen Module-to-Pack Bauweise in den kommenden Jahren auf Cell-to-Pack Batteriesysteme mit Einheitszelle umzustellen. Dafür sind sowohl Batteriesysteme mit Zellchemie LFP (Lithium-Eisenphosphat) und NMC (Nickel-Mangan-Kobalt) vorgesehen. Weitere Batteriesysteme auf Basis der Cell-to-Pack-Bauweise mit der Einheitszelle als neue globale Technologieplattform des Volkswagen Konzerns sollen in den kommenden Jahren in China, Europa und in den USA folgen.
Mit der PowerCo SE, Salzgitter/Deutschland als eigenes Unternehmen bündeln wir die weltweiten Aktivitäten zur Zellproduktion im Konzern. Vom europäischen Battery Hub in Salzgitter aus steuert das Unternehmen den Aufbau des internationalen Fabrikbetriebs, die Weiterentwicklung der Zelltechnologie, die vertikale Integration der Wertschöpfungskette sowie die Ausstattung der Fabriken mit Maschinen und Anlagen. Die PowerCo setzt auf zwei Schlüsselkonzepte, mit denen sie künftige Industriestandards setzen will: Die Einheitszelle ermöglicht einen flexiblen Einsatz verschiedenster Zellchemien und soll perspektivisch in bis zu 80 % aller vollelektrischen Konzernmodelle zum Einsatz kommen. Das zweite Schlüsselkonzept ist die Standardfabrik, die mit einheitlichen Gebäuden, Ausrüstung, IT und Infrastruktur den schnellen Roll-out der Eigenfertigung gewährleisten soll und somit an künftige Innovationen schnell und flexibel angepasst werden kann.
Die konzernweit erste eigene Zellfabrik in Salzgitter hat im Jahr 2025 den Betrieb aufgenommen und die ersten Zellen zur weiteren Validierung konzernintern geliefert. Der Start der Serienproduktion ist für das Jahr 2026 vorgesehen. Neben Salzgitter entstehen weitere Zellfabriken in Valencia/Spanien und in St. Thomas/Kanada. Der Hochlauf der Fabriken orientiert sich am erwarteten Volumen vollelektrischer Fahrzeuge des Volkswagen Konzerns. Jede dieser Fabriken soll mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben und auf künftiges Closed-Loop-Recycling ausgelegt werden.
Die vertikale Integration der Wertschöpfung ist ein weiterer Bestandteil der Batteriestrategie. Die Absicherung der Rohstoffe soll sowohl durch langfristige Lieferverträge als auch durch Investitionen mit Partnern erfolgen. Im Jahr 2025 wurde die Beteiligung in Höhe von 9,9 % am kanadischen Lithium-Unternehmen Patriot Battery Metals abgeschlossen, das derzeit das größte Lithium-Vorkommen in Nordamerika erschließt.
Laden und Energie
Mit dem Hochlauf der Elektromobilität nimmt der Bereich Laden und Energie eine Schlüsselrolle in der Elektromobilitätsstrategie des Volkswagen Konzerns ein. Ziel ist es, ein führender Anbieter eines intelligenten Lade- und Energie-Ökosystems zu werden. Der Konzern setzt dabei auf zwei zentrale Schwerpunkte: Zum einen wird der Absatz elektrifizierter Fahrzeuge durch den Ausbau globaler Schnellladenetze gefördert. Zum anderen soll das Ladeökosystem für die Kundinnen und Kunden einfacher und kostengünstiger werden, während die Batterie zugleich als flexibles Speichermedium für die Energiewende nutzbar gemacht wird. Mit der Marke Elli zählt der Konzern zu den größten Ladeökosystem-Anbietern Europas und bietet Zugang zu mehr als einer Million Ladepunkten mit rund 88.000 Schnellladepunkten in 28 Ländern. Gleichzeitig wächst das Ladenetz in Nordamerika mit Electrify America auf über 5.000 Schnellladepunkte, während das Joint Venture CAMS in China sein Netz weiter ausbaut – auf inzwischen mehr als 11.700 Ladepunkte. Als Teil des Volkswagen Konzerns bietet Elli ein nahtloses Ökosystem für nachhaltige Mobilität und Energie. 2025 markierte für die Konzerntochter ein entscheidendes Jahr auf dem Weg vom Ladeinfrastruktur-Anbieter hin zum ganzheitlichen Energieunternehmen. Mit dem Start eines Pilotprojekts zum bidirektionalen Laden präsentierte Elli auf der IAA Mobility 2025 erstmals eine Ladelösung, die die heimische Solaranlage und das E-Fahrzeug mit einer von Elli entwickelten, modularen Softwareplattform vernetzt. Parallel dazu erweiterte Elli sein Portfolio um den Energiehandel als Serviceprodukt für externe Kundinnen und Kunden – und bietet Unternehmen damit einen verlässlichen Partner für eine strukturierte und nachhaltige Energiebeschaffung. Das dafür entwickelte Elli PowerCenter fungiert als Plattform für Energiehandel und netzdienliche Leistungen. Diese Entwicklungen bilden zugleich die Grundlage für das Managed Battery Network – ein virtuelles Kraftwerk, das stationäre Speicher und Fahrzeugbatterien vernetzt, um erneuerbare Energien effizient einzubinden, Lastspitzen zu glätten und überschüssige Energie handelbar zu machen. Mit diesen Schritten positionieren sich der Volkswagen Konzern und Elli klar an der Schnittstelle von Automobilindustrie und Energiewirtschaft.
Volkswagen Group Components
Die unternehmerisch eigenständige Geschäftseinheit Volkswagen Group Components unter dem Dach der Volkswagen AG bildet die dritte Säule des Geschäftsbereichs „Technik“. Weltweit sind 58.000 Beschäftigte in über 60 Werken an 35 Standorten tätig, deren Expertise in der Entwicklung und Fertigung von Fahrzeugkomponenten liegt. Damit zählt die Volkswagen Group Components zu den größten Automobilzulieferern weltweit. Historisch ist die Volkswagen Group Components stark in dem Komponentensegment für Fahrzeuge mit konventionellen Antriebsarten vertreten, treibt aber konsequent die Transformation des Produktportfolios mit Ausrichtung auf strategische Kernmodule für die E-Mobilität voran. Die Transformation zum Systemanbieter erfolgt schrittweise: 2025 wurden weltweit 7,7 Mio. Verbrennungsmotoren und 6 Mio. Getriebe gefertigt – gleichzeitig aber auch bereits 1,2 Mio. E-Antriebe und 1,2 Mio. Batteriesysteme. Auch in den Kompetenzprofilen der Beschäftigten spiegelt sich dieser Wandel wider. Kernkompetenzen mit Fokus auf die Zukunftstechnologien werden auf- und ausgebaut und Beschäftigte gezielt für die Anforderungen der Elektromobilität qualifiziert. Bereits Ende 2024 arbeiteten rund 25 % der Beschäftigten in diesen strategischen Zukunftsfeldern. Dieser Anteil stieg bis Ende 2025 auf über 30 % und wird voraussichtlich in den kommenden Jahren weiter ansteigen.
Das Produktportfolio umfasst dabei im Schwerpunkt Tech-Komponenten wie Fahrwerk, Achssysteme, Lenkungen, Getriebe, E-Antriebe inklusive der dazugehörigen Leistungselektronik, Thermomanagementsysteme und Batteriesysteme.
Mit dem Einstieg in die Elektromobilität liegt der Fokus auf der konsequenten Optimierung des elektrischen Antriebsstrangs für den Konzern sowie der Transformation der Komponentenwerke von der Verbrenner- in die Elektromobilitätswelt. Das Produktportfolio wurde entsprechend strategisch definiert und fokussiert. Ein gutes Beispiel ist der elektrische Performance-Antrieb APP550, der bisher leistungsstärkste und effizienteste E-Antrieb der Volkswagen Group Components.
Einhergehend mit der Transformation und basierend auf der vorhandenen Technologie-Expertise hat sich der Geschäftsbereich auch im Hinblick auf Kooperationen mit externen Partnern geöffnet, um Potenziale aus Synergie- und Skaleneffekten zu heben und dadurch die Transformation zur Elektromobilität zu beschleunigen sowie dazu beizutragen, Volkswagen-Technologien als Industriestandard zu etablieren.
Platform Business
In der vierten Säule des Geschäftsbereichs „Technik“ wird mit dem Platform Business (Drittmarktgeschäft) die konzernweite Verantwortung für den externen Vertrieb von Plattformen und Komponenten gebündelt. In dieser Organisationseinheit werden die Anbahnung und Akquise (inklusive Vertragsgestaltung) sowie Betreuung von Kundenprojekten einschließlich der dazugehörigen Auftragsabwicklung (Logistik, Abrechnung) verantwortet. Der Tech Stack Platform Business baut auf der jahrzehntelangen Erfahrung im konzerninternen Plattform-Sharing auf. Mit Ford hat Volkswagen erstmals einem externen Partner die Nutzung der Konzernplattform MEB ermöglicht. Im Rahmen dieses Kooperationsprojekts wurden die notwendigen markenübergreifenden Strukturen und Prozesse innerhalb der Volkswagen Organisation geschaffen, um künftig auch weitere externe Kooperationspartner aufzubauen. Seit Juni 2024 wird beispielsweise der indische Automobilhersteller Mahindra mit MEB-Komponenten für Fahrzeuge der INGLO-Plattform beliefert; zukünftig soll auch die Einheitszelle von PowerCo an den Automobilhersteller geliefert werden.