Risiken und Chancen aus Gesamtwirtschaft, Branche, Märkten und Vertrieb
Für diese Risikokategorie ist die Eintrittswahrscheinlichkeit mit hoch (Vorjahr: hoch) und das potenzielle Schadenausmaß mit mittel (Vorjahr: mittel) bewertet.
Die größten Risiken aus dem RQP liegen in negativen Auswirkungen auf die Markt- und Absatzentwicklung auch bedingt durch Handelsbeschränkungen, zunehmenden Protektionismus und eine verschärfte Wettbewerbssituation.
Gesamtwirtschaftliche Risiken und Chancen
Die Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen sowie unser Absatzvolumen hängen von der allgemeinen weltwirtschaftlichen Lage ab.
Risiken für eine stabile Weltwirtschaft können aus einer weltweiten Abkehr von der Globalisierung und einer zunehmenden Fragmentierung der Weltwirtschaft, aus Schwankungen auf den Finanz-, Energie- und Rohstoffmärkten, zunehmenden geopolitischen und geoökonomischen Spannungen und Konflikten sowie grundlegenden Konjunkturzyklen entstehen. Politische Unsicherheiten, vor allem aufgrund von veränderten politischen Ausrichtungen, protektionistischen Maßnahmen sowie strukturellen Angebots- und Nachfragedefiziten, gefährden ebenfalls die Entwicklung einzelner fortgeschrittener Volkswirtschaften, Schwellenländer und anderer Regionen. Regionale und globale Konflikte können sich ebenfalls direkt oder indirekt auf das Wirtschaftswachstum sowie die Entwicklung in fortgeschrittenen Volkswirtschaften und Schwellenländern auswirken. Entscheidende Einflussfaktoren sind geopolitische Auseinandersetzungen wie der Russland-Ukraine-Konflikt oder die Auseinandersetzungen im Nahen Osten, sicherheitsrelevante Ereignisse wie Terrorangriffe und Cyber-Attacken sowie Gesundheitsthemen, insbesondere durch die Verbreitung von Infektionskrankheiten, oder strukturelle Veränderungen wie der demografische Wandel. Die Auswirkungen auf die Konjunkturentwicklung können regional unterschiedlich ausfallen. Volkswirtschaften reagieren je nach Struktur, geopolitischer Lage und globaler Verflechtung unterschiedlich auf äußere Einflüsse. Verwerfungen in der Weltwirtschaft, zunehmende Volatilitäten auf den Finanz-, Energie- und Rohstoffmärkten sowie verstärkte Migrationsbewegungen können mögliche Folgen sein. Zudem lässt sich verstärkt eine erhöhte Preissensitivität auf den einzelnen Märkten beobachten, die auf veränderte Angebots- und Nachfragebedingungen sowie erhöhte Unsicherheiten zurückzuführen ist. Weitere negative Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum können eine veränderte Geldpolitik, strukturelle Defizite oder eine hohe öffentliche und private Verschuldung mit sich bringen.
Insbesondere in Ländern und Regionen mit hoher wirtschaftlicher Relevanz für die globale Lieferkette und Vernetzung, wie die USA und China, können sich ein stagnierendes Wirtschaftswachstum, wirtschaftliche Abschwünge oder Störungen unmittelbar auf die Weltwirtschaft auswirken und damit ein wesentliches Risiko für unser Geschäft darstellen. Folgen wären unter anderem ein verschärfter Preiswettbewerb, eine Ausdehnung der Lagerbestände, eine erhöhte Kapitalbindung und Überkapazitäten in der Produktion.
Zunehmende protektionistische Tendenzen in unseren Kernmärkten, die Einführung oder Ausweitung weiterer tarifärer und nichttarifärer Handelshemmnisse, Mindestlokalisierungsanforderungen oder ähnliche Maßnahmen sowie der Ausstieg aus bestehenden Freihandelsabkommen könnten die genannten makroökonomischen Risiken verschärfen. Direkte oder indirekte Handelsspannungen zwischen den USA, Kanada, Mexiko, der EU und/oder China sowie eine wirtschaftspolitische Neuausrichtung der Länder, die zu unseren Kernmärkten gehören, beispielsweise zur Stärkung ihres Inlandsgeschäfts oder ihrer Produktionsstandorte, haben sich und könnten sich weiterhin nachteilig auf uns auswirken. Insbesondere sind wir der potenziellen Verschärfung anhaltender Handelskonflikte unter anderem infolge bestehender und abrupt eingeführter Handelszölle der USA und den Gegenmaßnahmen anderer Länder ausgesetzt. Handelskonflikte, Zollschwankungen und -unsicherheiten sowie sonstige geoökonomische Maßnahmen, wie Sanktionen, Handelsbeschränkungen, Investitionskontrollen oder Währungsinterventionen, setzen uns unvorhersehbaren Kosten, Störungen in der Lieferkette und Compliance-Herausforderungen aus. Solche Maßnahmen haben in der Vergangenheit und könnten zukünftig bestimmte Sektoren und Produkte einschließlich des Automobilsektors treffen. Bestehende und geplante US-Zölle sowie nichttarifäre Handelshemmnisse beeinträchtigen den US-Absatz von Fahrzeugen, die wir in anderen Ländern, darunter auch Europa, produzieren.
Künftige, potenzielle bewaffnete internationale Konflikte oder eine Eskalation der Spannungen in unseren Kernmärkten, wie den USA und China, oder etwaige direkte Auseinandersetzungen dritter Staaten mit NATO-Mitgliedstaaten würden erheblich beeinträchtigende Auswirkungen für den Volkswagen Konzern bedeuten.
Insgesamt gehen wir davon aus, dass die Weltwirtschaft in 2026 wachsen wird. Vor allem aufgrund der genannten Risikofaktoren sowie zyklischer und struktureller Aspekte ist jedoch auch ein Einbruch des Weltwirtschaftswachstums oder eine Phase mit unterdurchschnittlichen Wachstumsraten möglich.
Das makroökonomische Umfeld könnte für den Volkswagen Konzern auch Chancen ergeben, falls die tatsächliche Entwicklung positiver ausfällt als erwartet.
Wettbewerb in der Automobilindustrie
Wir sind weltweit auf Automobilmärkten mit hoher Wettbewerbsintensität aktiv und rechnen mit einer weiteren Verschärfung des Wettbewerbs. Daraus folgen ein anhaltender Preisdruck und ein verstärkter Einsatz von Verkaufsanreizen durch Marktteilnehmer.
Die Automobilindustrie wird sich in den kommenden Jahren weiterhin umfassenden Änderungen gegenübersehen, die in erster Linie auf die fortlaufende Elektrifizierung von Fahrzeugen, Digitalisierung und neue Technologien zurückzuführen sind. Das Wettbewerbsumfeld wird zunehmend durch neue Geschäftsmodelle (zum Beispiel Mobility und Transportation as a Service oder Car Sharing), neue Produkte (zum Beispiel autonomes Fahren) und neue Marktteilnehmer geprägt. Für den Volkswagen Konzern als Anbieter von Volumen- und Premiummodellen stellen die zunehmende Wettbewerbsintensität und der daraus folgende Preisdruck ein Risiko dar.
Wettbewerbsdruck kann durch den Markteintritt neuer Hersteller – vor allem aus China, den Vereinigten Staaten oder Indien –, die Produktionsausweitung etablierter Hersteller oder staatliche Regulierung entstehen. Dies betrifft insbesondere die Automobilmärkte in Westeuropa, den Vereinigten Staaten, China, Brasilien und Indien. Wettbewerber dürften zudem in verstärktem Maße versuchen, den westeuropäischen Markt mit freien Produktionskapazitäten oder neuen, auf europäische Verbraucher ausgerichteten Produktangeboten zu bedienen.
Abhängigkeit von Schlüsselmärkten
Ein signifikanter Anteil der Fahrzeugverkäufe des Volkswagen Konzerns entfällt auf unsere Schlüsselmärkte in Westeuropa, vor allem Deutschland, und China. Dabei sind wir Risiken aufgrund verschlechterter wirtschaftlicher Bedingungen und geschwächter Finanzmärkte in diesen Regionen ausgesetzt, die in der Vergangenheit zu einem Nachfragerückgang geführt haben und auch in Zukunft dazu führen könnten.
Aufgrund des anhaltenden Rückgangs der Nachfrage nach unseren Produkten und Dienstleistungen auf unseren Schlüsselmärkten beziehungsweise des gestiegenen Wettbewerbsdrucks mussten wir in diesen Regionen unsere Produktionskapazität anpassen und müssen dies möglicherweis auch weiterhin tun. Das könnte zu Zusatzkosten, Einmalaufwendungen oder einer anderweitigen Reduzierung der Ertragskraft führen.
Unsere künftigen Wachstumspläne hängen auch in hohem Maße von der Marktentwicklung in China ab. Das wettbewerbsintensive chinesische Marktumfeld hatte auch 2025 einen negativen Einfluss auf unsere Auslieferungen. Der Automobilmarkt in China ist hart umkämpft, und zahlreiche heimische und ausländische Hersteller versuchen, mithilfe taktischer Maßnahmen Marktanteile zu halten oder hinzuzugewinnen. Besonders im Segment der batterieelektrischen Fahrzeuge herrscht ein intensiver Wettbewerb. Viele chinesische Kunden bevorzugen derzeit zudem heimische Hersteller aufgrund ihres landesspezifischeren Angebots an digitalen Diensten.
Eine Abkühlung der Konjunktur oder neue nachteilig wirkende staatliche Maßnahmen, wie die Beendigung von Subventionen, die Einführung oder Anhebung von Handelszöllen oder Quotenregelungen für New Energy Vehicles (zum Beispiel batterieelektrische Fahrzeuge und Plug-in-Hybride), könnten die Nachfrage nach Automobilen schwächen. Des Weiteren könnten Einschränkungen der Fahrzeugzulassungen in Ballungsräumen wie Peking, Shanghai und Guangzhou auf andere Großstädte ausgeweitet werden und unsere Auslieferungen in China beeinträchtigen
Ein Nachfrageeinbruch bei Fahrzeugen in unseren Schlüsselmärkten – hervorgerufen durch verändertes Kundenverhalten, Preisanpassungen, Veränderungen der Investitionstätigkeit oder der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, zunehmenden Wettbewerb oder politische und bewaffnete Konflikte – würde unser Ergebnis und das unseres Finanzdienstleistungsgeschäfts besonders belasten.
Wachstumspotenzial auf den Schlüsselmärkten des Volkswagen Konzerns
Der Volkswagen Konzern steht dem wachsenden internationalen Wettbewerb, unter anderem aus China, positiv gegenüber und sieht darin eine Chance, von der unsere Kunden profitieren können.
Um unseren Marktanteil und unseren künftigen Erfolg auf bestehenden und neuen Märkten zu sichern, ist es wichtig, dass wir auf neue Kundenpräferenzen reagieren können, vor allem im Hinblick auf die Elektromobilität. Während der Transformationsphase ist ein flexibles Angebot von Antriebsarten essenziell, da sich die Regionen weltweit unterschiedlich schnell entwickeln. Mit unserem breiten Produktportfolio können wir die Nachfrage bedienen: Unsere Kunden können zwischen effizienten Verbrennungsmotoren, vollelektrischen Modellen oder leistungsstarken hybriden Antrieben wählen.
China
In China dürfte die Nachfrage nach Fahrzeugen in den nächsten Jahren weiter steigen, da der Bedarf an individueller Mobilität weiter zunimmt. Diese Entwicklung betrifft den schnell wachsenden Markt der Elektromobilität, der bereits heute unter anderem von volumenstarken heimischen Herstellern geprägt ist. Zudem wird erwartet, dass sich die Nachfrage von den großen Metropolen an der Küste in das Landesinnere verlagert, womit ein weiter zunehmender Wettbewerbsdruck durch lokale Hersteller einhergehen dürfte. Wir erweitern unser Produktportfolio fortlaufend um Modelle, die speziell für diesen Markt entwickelt wurden und wollen so die Chancen nutzen, die dieser Markt vor allem im Hinblick auf die Elektromobilität bietet. Dazu gehen wir verstärkt Partnerschaften ein, um die regionalen Kundenanforderungen besser erfüllen zu können.
USA
Wir erwarten, dass auf dem US-amerikanischen Markt der Anteil von Light Trucks – insbesondere SUV und Pickup – in den kommenden Jahren weiter leicht zunehmen wird. Wie in anderen Märkten wird die Elektrifizierung der Mobilität stark von staatlichen Fördermaßnahmen und aufsichtsrechtlichen Bestimmungen für Flottenemissionen und Kraftstoffverbrauch beeinflusst. Allerdings kann es durch Regierungswechsel immer wieder zu politischen Veränderungen kommen.
Unter der aktuellen Regierung wurden beispielsweise die Kaufanreize für Elektrofahrzeuge merklich zurückgenommen und Standards für die Kraftstoffeffizienz aufgehoben. Die Grenzwerte für den CO2-Ausstoß sollen erheblich gelockert oder sogar aufgehoben werden.
Die Volkswagen Group of America verfolgt konsequent die Strategie, sich als vollwertiger Volumenanbieter zu etablieren und Marktanteile auszubauen. Durch den Ausbau lokaler Produktionskapazitäten – seit 2022 auch mit einer Fertigung für Elektrofahrzeuge – kann der Volkswagen Konzern in der Region Nordamerika den Markt besser bedienen. Darüber hinaus entwickeln wir zusätzliche Produkte speziell orientiert an den Kundenpräferenzen in den USA, unter anderem einen Full-Size-Pickup und ein robustes SUV, um den Elektro- und Hybridfahrzeugmarkt mit der US-Marke Scout zu erschließen.
Risiken in unseren Wachstumsmärkten
Neben der Entwicklung in unseren Schlüsselmärkten hängt unser wirtschaftlicher Erfolg auf den Wachstumsmärkten in Asien, Nordamerika, Südamerika sowie Mittel- und Osteuropa von unseren eigenen Anstrengungen und denen unserer Wettbewerber ab. In zahlreichen etablierten und aufstrebenden Märkten sind wir bereits vertreten oder wollen unseren Marktanteil erhöhen.
Wir haben erhebliche Investitionen in diese Wachstumsmärkte getätigt und beabsichtigen, dies auch weiterhin zu tun. Die auf diesen Märkten vorherrschenden Bedingungen könnten jedoch eine Steigerung des Absatzvolumens erschweren. Beispiele hierfür sind Anforderungen hinsichtlich des Anteils der lokalen Fertigung, Mindestanforderungen an Homologation und Fahrzeugzulassungen, Importbeschränkungen in Form von potenziellen Verboten von bestimmten ausländischen Bauteilen und Softwarelösungen sowie andere Handelshemmnisse, wie sie derzeit in den USA eine potenzielle Herausforderung darstellen. Infolgedessen könnten auf diesen Märkten Renditen auf das eingesetzte Kapital entweder gar nicht oder später als geplant erzielt werden.
Mehrere Wettbewerber, vor allem größere asiatische Hersteller, weiten ihre Produktionskapazitäten in diesen Märkten aus, um die lokale Nachfrage zu bedienen. Asiatische – vor allem chinesische und indische – Hersteller exportieren zunehmend in die aufstrebenden Regionen außerhalb ihrer Heimatmärkte. Dies verstärkt den Wettbewerbsdruck auf die Produkte und Dienstleistungen des Volkswagen Konzerns.
Chancen in unseren Wachstumsmärkten
Indien
Indien ist für uns ein wichtiger zukünftiger Markt. Die Nachfrage nach Neufahrzeugen dürfte dort, teils auch bedingt durch den demografischen Wandel, in den nächsten Jahren steigen. Der Volkswagen Konzern hat seinen Geschäftsbetrieb in Indien konsolidiert und bietet mit den Modellen Virtus und Taigun der Marke Volkswagen Pkw sowie mit den Modellen Kushaq, Slavia und Kylaq der Marke Škoda ein auf die lokalen Kundenpräferenzen zugeschnittenes Angebot.
Brasilien
In Brasilien dürften der Bedarf an individueller Mobilität und die Nachfrage in den nächsten Jahren leicht steigen, insbesondere in den Niedrigpreis-Segmenten kleinerer Fahrzeuge. Aufgrund von Handelshemmnissen bleibt die lokale Fertigung entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit. Um unsere Wettbewerbsposition in Brasilien zu festigen, bieten wir speziell für diesen Markt Fahrzeuge an, die lokal produziert werden, wie Polo und Polo Track, T-Cross, Saveiro, Nivus oder den neuen Tera.
Lokalisierungsanforderungen
Lokalisierungsanforderungen könnten uns Compliance-Risiken, Wettbewerbsnachteilen und Investitionsunsicherheiten aussetzen.
Manche Regierungen führen Vorschriften ein oder haben solche vorgeschlagen, die verlangen, dass Bauteile und Vormaterialien (wie beispielsweise Halbleiter) zu einem bestimmten Anteil im Inland bezogen werden oder die Wertschöpfung im Inland stattfinden muss. Andere Vorschriften schränken die Verwendung von Bauteilen und/oder Vormaterialien aus bestimmten Ländern ein. Die Einhaltung dieser Vorschriften ist häufig Voraussetzung für die Homologation und Zulassung von Fahrzeugen, die Beteiligung an öffentlichen Vergabeverfahren oder den Zugang zu staatlichen Anreizen, Subventionen oder steuerlichen Vergünstigungen.
Lokalisierungsanforderungen erhöhen die Komplexität für unser Supply Chain Management. Dadurch erhöht sich das Risiko von Störungen in der Lieferkette. Unter Umständen sind wir angehalten, mit einem eingeschränkten Kreis lokaler Lieferanten zusammenzuarbeiten, die möglicherweise der Herausforderung gegenüber stehen, wettbewerbsfähige Preise einzuhalten. Dies kann gegenüber inländischen Herstellern höhere Produktionskosten und eine geringere Wettbewerbsfähigkeit bedeuten.
Darüber hinaus kann die für uns selbstverständliche Einhaltung solcher Vorschriften höhere Betriebskosten zur Folge haben. Andererseits sind wir dem Risiko ausgesetzt, Strafen für eine etwaige Nichteinhaltung zahlen zu müssen. Lokalisierungsvorgaben können zudem Handelsspannungen und Gegenmaßnahmen im Rahmen internationaler Abkommen auslösen. Sich häufig ändernde oder unklare Vorschriften können zu Investitionsunsicherheit führen und eine effektive, langfristige Unternehmensplanung von uns und unseren Lieferanten beeinträchtigen.
Andererseits bieten Local-Content-Quoten Chancen, zum Beispiel um alternative Lieferquellen schneller zu ertüchtigen.
Kundennachfrage
Ein Rückgang der Kaufkraft könnten unser Geschäft signifikant belasten.
Infolge eines niedrigeren verfügbaren Einkommens oder einer angespannten Finanzlage bei den Verbrauchern werden in der Regel weniger Fahrzeuge verkauft. Zunehmende Arbeitslosigkeit, steigende Inflation und Zinsen und ähnliche negative Konjunkturentwicklungen können Gründe für einen Rückgang der Kaufkraft sein. Weitere Faktoren, die sich negativ auf die Nachfrage auswirken, sind Finanzierungskosten, Unzufriedenheit der Kundinnen und Kunden mit vorhandenen Fahrzeugen und Veränderungen in der Mobilitätsentwicklung oder Infrastruktur, wie zunehmende Car-Sharing-Angebote und Verkehrsdienstleistungen.
Änderungen in der Verbraucherstimmung oder in der Medienberichterstattung zur Weltwirtschaft und den Finanzmärkten mit Veränderungen bei Arbeitslosigkeit, Inflation, Zinsen, Einkommen und privaten Vermögensverhältnissen können zu Nachfragerückgängen bei Automobilen führen, die nur mittelbar mit den zugrunde liegenden gesamtwirtschaftlichen Faktoren korrelieren. Wirtschaftliche Sorgen können mögliche Kunden, insbesondere auf den gesättigten Märkten in Westeuropa, vom Kauf oder Leasing von Neufahrzeugen abhalten und dazu führen, dass sie ihr aktuelles Fahrzeug länger fahren oder sich für günstigere Modelle entscheiden.
Die genannten Risiken zum gesamtwirtschaftlichen Umfeld und der Verbraucherstimmung können auch den Gebrauchtwagenmarkt und das dortige Preisniveau beeinträchtigen. Das könnte sich negativ auf die Rentabilität des Gebrauchtwagengeschäfts bei der Volkswagen Handelsorganisation sowie im Konzernbereich Finanzdienstleistungen auswirken.
Der Volkswagen Konzern sieht sich mit seinem breiten Portfolio von Produkten und Antrieben sowie mit seiner zielgruppenorientierten Kundenbetreuung gut aufgestellt und vor einer Konzentration von Ausfallrisiken einzelner Großkunden oder Märkte geschützt. Der konstant hohe Marktanteil in Europa zeigt, dass Großkunden dem Volkswagen Konzern weiterhin ihr Vertrauen schenken.
Markenüberschneidung
Mit unserem vielfältigen Markenportfolio kann die klare Abgrenzung der einzelnen Marken im Volkswagen Konzern erschwert werden, insbesondere dort, wo sich Kundensegmente oder Produktportfolios überlappen. Durch diese Überschneidungen kann die Unverwechselbarkeit einer Marke verloren gehen und den Kunden eine Unterscheidung erschwert werden. Diese Markenkonvergenz könnte einen internen Wettbewerb auslösen, das heißt, dass sich unterschiedliche Konzernmarken im Wettbewerb um dieselbe Kundenbasis befinden können. Dies kann zur Kannibalisierung und Verwässerung des jeweiligen Markenwerts führen.
Rechtliche oder aufsichtsrechtliche Regelungen können darüber hinaus die Markeneinführung auf manchen Märkten gelegentlich verzögern. Wir überwachen diese Entwicklungen genau und passen unsere Strategien entsprechend an, um auf einen geplanten und regelkonformen Markteintritt hinzuwirken.
Eine bessere Markendifferenzierung und -wahrnehmung erfordern ambitionierte Marketingmaßnahmen und Investitionen. Durch eine gezielte strategische Positionierung und das fortlaufende Verfeinern unserer Markenidentitäten stärken wir proaktiv die Unverwechselbarkeit jeder Marke. Diese Bemühungen können höhere Marketingkosten und Repositionierungsaufwendungen nach sich ziehen, sollten aber langfristig den Markenwert und den Konzernwert insgesamt erhöhen.
Der Volkswagen Konzern verfolgt einen proaktiven Ansatz, um das Risiko einer Markenüberschneidung zu minimieren und eine klar strukturierte Markenarchitektur zu sichern. So werden die langfristige Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandskraft des Konzerns gestärkt.
Großkunden
Das Fahrzeuggeschäft mit Großkunden ist für uns bedeutend, sodass wir auch von deren wirtschaftlicher Lage und ihren Präferenzen abhängig sind.
Über einen längeren Zeitraum betrachtet ist das Geschäft mit Großkunden stabiler als das mit privaten Kundinnen und Kunden. Großkunden brauchen Fahrzeuge, um zu reisen, ihre Waren und Dienstleistungen zu vertreiben und ihre Kunden zu besuchen. Sie benötigen für das Tagesgeschäft Pkw, leichte Nutzfahrzeuge, Lkw und Busse und verfügen für die Fahrzeuganschaffung in der Regel über ein bestimmtes Budget. Flottenzulassungen von Pkw stellen im Jahr etwa die Hälfte unserer Zulassungen in Europa dar und verdeutlichen damit die Bedeutung dieser Kunden für den Volkswagen Konzern.
Zwar hängt der Volkswagen Konzern nicht von einzelnen Geschäftskunden ab, das Segment ist jedoch von Bedeutung und setzt uns Risiken im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Resilienz dieser Kunden aus. Die Fahrzeugnachfrage bei Großkunden hängt in erster Linie von deren finanzieller Leistungsfähigkeit ab, ihren Investitionsplänen und Finanzierungsmöglichkeiten, der Zufriedenheit mit vorhandenen Produkten sowie sich entwickelnden Mobilitätstrends und Infrastrukturen. Ein wirtschaftlicher Abschwung könnte Großkunden veranlassen, den Kauf oder das Leasing von Fahrzeugen zu verschieben oder zurückzuhalten, was unseren Umsatz belasten würde.
Zudem findet im Großkundengeschäft eine zunehmende Konzentration und Internationalisierung statt, das heißt der Verlust weniger Großkunden könnte bereits zu einem deutlichen Rückgang beim Fahrzeugabsatz führen.
Häufig sind bei Großkunden CO2-Einschränkungen bei Abgasemissionen Teil ihrer Unternehmensrichtlinien. Es besteht das Risiko, dass Großkunden nur noch wenige oder keine Fahrzeuge mehr kaufen, wenn wir nicht in der Lage sind, Produkte mit entsprechend niedrigen Abgaswerten anzubieten. Großkunden sind zudem zunehmend an batterieelektrischen Fahrzeugen, neuen Mobilitätsformen sowie mobilen Online-Diensten interessiert, da sie anstreben, die Bestimmungen für Flottenemissionen und unternehmensinterne ESG-Regelungen einzuhalten. Gelingt uns der Wandel hin zur Elektromobilität oder anderen neuen Mobilitätskonzepten nicht rechtzeitig, könnte dies zu Umsatzverlusten führen.
Der Volkswagen Konzern sieht sich mit seinem breiten Portfolio von Produkten und Antrieben sowie seiner zielgruppenorientierten Kundenbetreuung gut aufgestellt. Dieser Ansatz wirkt einer Konzentration von Ausfallrisiken auf einzelne Großkunden oder Märkte entgegen. Der konstant hohe Marktanteil in Europa zeigt, dass Großkunden dem Volkswagen Konzern weiterhin ihr Vertrauen schenken.
Veränderte Kundenpräferenzen
Sich ändernde Kundenpräferenzen bei der Wahl von Verkehrsmitteln könnten dazu führen, dass wir herkömmliche Produktlinien nicht mehr auf dem jetzigen Absatzniveau verkaufen können.
Größe, Leistung und Ausstattungsmerkmale sowie auch marktspezifische Funktionen unserer Pkw und leichten Nutzfahrzeuge beeinflussen unmittelbar unsere Rentabilität. So tragen beispielsweise größere Fahrzeuge aus höherwertigeren Segmenten in der Regel mehr zum operativen Ergebnis bei als kleinere oder sparsamer ausgestattete Fahrzeuge oder solche aus günstigeren Segmenten.
Bedingt durch einen Nachfrageanstieg nach verbrauchsgünstigen Fahrzeugen, wie Hybrid- und Elektromodelle, müssen kleinere und effizientere Motoren verbaut werden, die vergleichsweise teuer und in der technischen Entwicklung anspruchsvoll sind. Aufgrund wettbewerbsintensiver Marktbedingungen wird es unter Umständen auch künftig schwierig bleiben, Kostensteigerungen durch Preisanpassungen zu kompensieren, was sich nachteilig auf unsere Rentabilität auswirken könnte. Des Weiteren könnte ein stockendes Interesse an Hybrid- und Elektrofahrzeugen eine negative Auswirkung auf die CO2-Bilanz unserer Flotte haben. Die Folge wären höhere Kosten zur Erfüllung der regulatorischen CO2-Bestimmungen in einigen Ländern.
Aufgrund der wachsenden Urbanisierung erkennen wir einen anhaltenden Trend zu veränderten Mobilitätsmustern: Privat- und Geschäftskunden zeigen zunehmend Interesse an alternativen Verkehrslösungen anstelle von eigenen Fahrzeugen. Ein verändertes Kundenverhalten oder staatliche Maßnahmen zur Vermeidung des Kraftfahrzeugverkehrs im städtischen Raum oder der allgemeine Trend zu kleineren Fahrzeugen und alternativen Antriebsformen könnte die Nachfrage nach einem Teil unserer Fahrzeuge schwächen.
Diesem Risiko begegnen wir, indem wir stetig neue, kraftstoffsparende Fahrzeuge und alternative Antriebe entwickeln. Unsere Antriebs-, Kraftstoff- und Mobilitätsstrategien bilden die Grundlagen dafür.
Risiken durch staatliche Eingriffe
Die Nachfrage nach unseren Produkten, vor allem im Bereich Hybrid- und Elektrofahrzeuge, wird teilweise durch staatliche und steuerliche Anreize beziehungsweise durch Dritt- oder andere Umweltanreize bestimmt, die jederzeit gekürzt oder eingestellt werden können.
Der Automobilmarkt ist weltweit Risiken durch staatliche Eingriffe wie zum Beispiel Steuererhöhungen ausgesetzt, die den privaten Konsum einschränken. Handelsbeschränkungen, protektionistische Maßnahmen, wie sie vor allem von den USA umgesetzt wurden, sowie Sanktionen stellen ebenfalls Risiken dar. Darüber hinaus kann unser Geschäft durch Änderungen bestehender oder die Einführung neuer Freihandelsabkommen beeinflusst werden. Etwaige Anpassungen oder restriktivere Bestimmungen in diesen Abkommen könnten uns gegenüber Wettbewerbern mit Produktionsstandorten in Ländern benachteiligen, die von solchen Abkommen profitieren. Zudem bestehen potenzielle Risiken im Zusammenhang mit dem Vertrieb von elektrifizierten Fahrzeugen, wenn die Mindestanforderungen hinsichtlich Lokalisierung aus den Freihandelsabkommen nicht erfüllt werden. Darüber hinaus birgt unsere Abhängigkeit von bestehenden Freihandelsbestimmungen Risiken. Maßnahmen zur Verkaufsförderung könnten zu zeitlichen Verschiebungen der Nachfrage führen und einen ungleichmäßigen Absatz nach sich ziehen.
Staatliche Verkaufsanreize könnten Marktsegmente ansprechen, die für uns nicht vorteilhaft sind und so gegebenenfalls die Attraktivität unserer Fahrzeuge für Kundinnen und Kunden verringern. Beispielweise können durch politische Veränderungen Regierungen beschließen die Nachfrage nach Elektro- und Hybridfahrzeugen nicht mehr oder nur noch teilweise über direkte Anreize, Steuervergünstigungen und andere Drittanreize gezielt zu fördern oder Maßnahmen ergreifen, die Elektro- und Hybridfahrzeuge benachteiligen. Des Weiteren können Regierungen andere Bedingungen oder Voraussetzungen, um sich für solche Förderungsmaßnahmen und Anreize zu qualifizieren, einführen (zum Beispiel Transparenz- und Sorgfaltspflicht in der Lieferkette, Lokalisierungsanforderungen, Verpflichtungen zu Vielfalt und Inklusion), die wir nicht einhalten könnten.
Darüber hinaus wirken sich spezielle Verkaufsanreize und ein zunehmender Preisdruck im Neuwagengeschäft auf das Preisniveau im Gebrauchtwagenmarkt aus.
Nachfrage nach Nutzfahrzeugen
Schlüsselfaktoren für die Kundinnen und Kunden im Nutzfahrzeuggeschäft sind die Gesamtbetriebskosten, die Zuverlässigkeit des Fahrzeugs und der zur Verfügung stehende Service.
Die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen reagiert sehr empfindlich auf wirtschaftliche Veränderungen, was Hersteller dazu zwingt, sich schnell an schwankende Transportbedürfnisse anzupassen. Da es sich zudem um kapitalintensive Güter handelt, können Kundinnen und Kunden eine Anschaffung in Phasen wirtschaftlicher oder regulatorischer Unsicherheiten verschieben oder reduzieren. Lkw und Busse werden in geringerer Stückzahl gefertigt als Pkw und sie sind technisch wesentlich komplexer, was zu höheren Herstellungskosten und betrieblichen Herausforderungen führt. Dies könnte unsere effiziente Anpassung der Fertigung an Nachfrageschwankungen einschränken. Darüber hinaus erschwert die Kapitalintensität von Nutzfahrzeugen das Lagermanagement und die Kapazitätsplanung, was zu Unterauslastung oder Ineffizienzen in der Lieferkette führen kann.
Des Weiteren ist es möglich, dass sich der Frachtverkehr weltweit von Lkw auf andere Verkehrsmittel verlagert und so die Nachfrage nach Nutzfahrzeugen des Konzerns nachlässt.
Dem daraus resultierenden Risiko von Produktionsschwankungen begegnen wir mit einem hohen Maß an Flexibilität.